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Der Kadaver von Buckelwal Timmy am Strand von Anholt, die Überreste des Wals werden jetzt zu Brennstoff und Biodiesel verarbeitet, ein Teil kommt ins Museum
Der Kadaver von Buckelwal Timmy wird zu Biodiesel verarbeitet.
Der Kadaver von Buckelwal Timmy wird zu Biodiesel verarbeitet.
APA-Images / dpa / Kai Moorschlatt

Toter Timmy endet im Tank: Buckelwal wird Biodiesel

10.06.2026 um 08:17, Stefanie Hermann
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Buckelwal Timmy ist tot – jetzt wird sein Körper zu Biodiesel verarbeitet. Wie aus dem Wal Treibstoff wird und wie weit man damit kommen kann.

Buckelwal Timmy, dessen vermeintliche Rettung wochenlang für Aufmerksamkeit gesorgt hat, wird nach seinem Tod nun industriell verwertet. Der Kadaver des Tieres wird in Dänemark verarbeitet, wobei das Fett zu Biodiesel umgewandelt wird.

Die spektakuläre Reise des Wals endet damit nicht im Meer, sondern im Motor.

So wird Timmy zu Biodiesel: Aufwendige Verarbeitung startet mit Wärmebehandlung

Für die Verwertung des Walkadavers ist das dänische Recycling-Unternehmen Daka Denmark verantwortlich. Bevor aus dem Buckelwal tatsächlich Biodiesel gewonnen werden kann, ist ein zusätzlicher Schritt notwendig. Der Kadaver wird zunächst etwa eine Woche lang thermisch behandelt.

Diese Wärmebehandlung ist erforderlich, da die Haut- und Fettschicht des Wals besonders dick ist. Erst danach kann das Wal-Fett weiterverarbeitet und in Treibstoff umgewandelt werden.

Der rund zwölf Meter lange Wal dürfte mehrere Tonnen gewogen haben – bei Buckelwalen dieser Größe sind 20 bis 30 Tonnen üblich. Schätzungen zufolge könnten aus einem Wal dieser Größe rund 900 Liter Biodiesel gewonnen werden – genug, um ein Auto mehrere zehntausend Kilometer anzutreiben.

Fett wird zu Biodiesel, Rest zu Brennstoff

Nach der Vorbereitung wird der Wal in mehrere Bestandteile zerlegt. Das Fett – insbesondere aus der Speckschicht – dient als Grundlage für die Produktion von Biodiesel.

Der restliche Körper wird ebenfalls genutzt: Knochen, Haut und Gewebe werden zu Fleisch- und Knochenmehl verarbeitet. Die Biomasse wird anschließend als Brennstoff in der Zementindustrie verwendet.

Auch das im Kadaver enthaltene Wasser wird gereinigt und in die Umwelt zurückgeführt. Das Ziel ist eine möglichst vollständige Verwertung. Der gesamte Kadaver soll „sicher recycelt und genutzt“ werden, so Daka Denmark.

Ein kleiner Teil von Timmy bleibt jedoch erhalten: Einige Knochen des Wals sollen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen aufgenommen werden.

Lange Irrfahrt endet vor Dänemark

Die Geschichte von Timmy begann Anfang März vor der deutschen Ostseeküste. Der Wal war weit außerhalb seines natürlichen Lebensraums unterwegs und strandete mehrfach. Zuvor hatte sich das Tier bereits in Fischernetzen verfangen und musste aufwendig befreit werden.

Trotz mehrerer Rettungsversuche blieb das Tier geschwächt. Experten hatten den Zustand des Tieres bereits zuvor als kritisch eingeschätzt. Eine private Initiative brachte den Wal schließlich mit einem Schiff in Richtung Nordsee und setzte ihn dort aus. Freigelassen wurde Timmy Anfang Mai im Kattegat, einem Meeresgebiet zwischen Dänemark und Schweden. Nur wenige Tage später wurde das Tier tot aufgefunden.

Mitte Mai wurde der Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Kurz darauf bestätigten Behörden, dass es sich um Timmy handelt. Die genaue Todesursache ist weiterhin unklar. Bei der Obduktion wurden jedoch Parasiten in den Organen des Tieres festgestellt. Zudem wurde festgestellt, dass es sich bei Timmy um ein Weibchen handelt. Die Daten eines am Tier angebrachten Trackers werden derzeit noch ausgewertet und könnten weitere Hinweise auf die letzten Tage des Wals liefern.

Vom Einzelfall zum Symbolfall

Der Fall Timmy hat weit über Fachkreise hinaus Diskussionen über Rettungsversuche bei Walen ausgelöst.

Der Rettungsversuch war politisch umstritten: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte die Aktion trotz Kritik von Experten geduldet.

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