Direkt zum Inhalt
Mitarbeiter reinigen eine Marienstatue auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje, nachdem der berühmte Wallfahrtsort Ziel eines Brandanschlags und von Vandalismus wurde.
Medjugorje: Mitarbeiter reinigen die beschädigte Marienstatue auf dem Erscheinungsberg. Trotz der Vandalismusakte bleibt der Wallfahrtsort für Pilger geöffnet.
Medjugorje: Mitarbeiter reinigen die beschädigte Marienstatue auf dem Erscheinungsberg. Trotz der Vandalismusakte bleibt der Wallfahrtsort für Pilger geöffnet.
APA-Images / AP

Brandanschlag auf Medjugorje: Pilgerort unter Schock

28.07.2026 um 14:20, Jovana Borojevic
min read
Medjugorje unter Schock: Ein Brandanschlag auf den Altar der St.-Jakobus-Kirche und geschändete Marienstatuen erschüttern den berühmten Wallfahrtsort.

Inhalt

Medjugorje, der weltberühmte Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina, steht unter Schock. In der Nacht auf den 28. Juli 2026 kam es zu einem mutmaßlichen Brandanschlag sowie mehreren Vandalismusakten. Nur wenige Tage vor einem der größten Pilgertreffen des Jahres wurden religiöse Stätten beschädigt und mit beleidigenden Schmierereien verunstaltet. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Medjugorje: Brandanschlag auf Altar der St.-Jakobus-Kirche

Nach bisherigen Erkenntnissen drang ein bislang unbekannter Täter in der Nacht auf das Gelände der St.-Jakobus-Kirche in Medjugorje ein und setzte den Außenaltar in Brand. Das Feuer brach gegen vier Uhr morgens aus und beschädigte den erst kürzlich renovierten Altar. Ein Übergreifen der Flammen auf die Kirche konnte verhindert werden.

Doch damit nicht genug: Auch die berühmten Marienstatuen in Medjugorje auf dem Erscheinungsberg (Podbrdo) sowie an der Blauen Kreuz-Statue wurden mit schwarzer Farbe beschmiert. Auf dem Sockel einer Statue hinterließ der Täter die englische Schmiererei „Devil in a skirt“ („Teufel im Rock“), an anderer Stelle tauchte das Wort „Evil“ („Böse“) auf.

Überwachungskameras filmen mutmaßlichen Täter

Die Tat blieb nicht unbemerkt. Überwachungskameras zeichneten auf, wie ein Mann den Außenaltar in Medjugorje in Brand setzte. Die Aufnahmen werden nun von den Ermittlern ausgewertet.

Die Polizei hat die Untersuchungen aufgenommen und versucht, den mutmaßlichen Täter anhand des Videomaterials zu identifizieren. Bislang wurden keine Festnahmen bekannt.

Banner gegen Medjugorje-Seher gibt Rätsel auf

In unmittelbarer Nähe des Wallfahrtsortes Medjugorje entdeckten Einsatzkräfte außerdem ein Banner gegen die Seher von Medjugorje. Darauf stand auf Polnisch sinngemäß: „Sie sind Betrüger, ich habe Beweise.“

Die Botschaft richtet sich offenbar gegen jene Menschen, die seit den angeblichen Marienerscheinungen im Jahr 1981 berichten, Botschaften der Gottesmutter zu empfangen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Wallfahrtsort Medjugorje bleibt für Pilger geöffnet

Trotz der schockierenden Vorfälle bleibt das Heiligtum von Medjugorje weiterhin für Besucher geöffnet. Die Pfarre teilte mit, dass Gebete und Gottesdienste wie geplant stattfinden. Gleichzeitig werden die beschädigten Bereiche gereinigt und instand gesetzt.

Der Zeitpunkt der Tat sorgt jedoch für besondere Betroffenheit. Bereits Anfang August beginnt das internationale Jugendgebetstreffen in Medjugorje, zu dem jährlich mehr als 50.000 junge Pilger aus aller Welt reisen. Trotz der Ereignisse soll die Großveranstaltung nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden.

more