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Müll auf einem Festivalgelände
Große Erleichterung für Musikfans nach dem Urteil gegen das unzulässige Müllpfand auf dem Nova Rock und Frequency Festival.
Große Erleichterung für Musikfans nach dem Urteil gegen das unzulässige Müllpfand auf dem Nova Rock und Frequency Festival.
PeopleImages/Shutterstock

So funktioniert's: Nova Rock und Frequency zahlen „Müllbeitrag“ zurück

02.06.2026 um 15:13, Marcel Toifl
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Großer Erfolg für den VKI gegen das Nova Rock und das Frequency: Das eingehobene Müllpfand und der Müllbeitrag waren illegal und es gibt eine Rückerstattung.

Großer Erfolg für Österreichs Festival-Besucher: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Auftrag des Sozialministeriums ein wichtiges Urteil vor dem Höchstgericht erstritten. Die über Jahre hinweg eingehobenen Reinigungsgebühren bei den beiden Mega-Events Nova Rock und Frequency wurden von der Justiz als unzulässig eingestuft. Für die betroffenen Festival-Fans bedeutet das erfreuliche Nachrichten: Sie bekommen ihr Geld zurück.

Höchstgericht stellt klar: Gebühren waren gröblich benachteiligend

Bereits im Spätherbst vergangenen Jahres sorgte der Oberste Gerichtshof (OGH) für ein wegweisendes Urteil. Die Richter stellten unmissverständlich fest, dass das beim Nova Rock fällige Müllpfand in der Höhe von 20 Euro rechtlich unzulässig war. Kurze Zeit später zog das Oberlandesgericht (OLG) Wien nach und erklärte auch den beim Frequency verrechneten „Müllbeitrag“ in der Höhe von 10 Euro für illegal. Die Praxis, diesen Betrag bei der Rückgabe eines vollen oder halbvollen Müllsacks einzubehalten, sei gröblich benachteiligend für die Konsumenten.

Die juristische Begründung ist eindeutig: Die ordnungsgemäße Abfallentsorgung zählt laut den Gerichten zu den grundlegenden vertraglichen Nebenpflichten eines jeden Veranstalters. Diese Kosten müssen somit bereits im regulären Ticketpreis inkludiert sein. Jede extra eingehobene Gebühr stellt demnach eine unzulässige finanzielle Mehrbelastung dar.

Anspruch auf Rückerstattung von 2017 bis 2025

Nach harten Verhandlungen konnte der VKI nun eine verbraucherfreundliche Lösung mit den Festival-Verantwortlichen rund um Ewald Tatar und Harry Jenner erzielen. Alle Besucher, die in den Jahren 2017 bis 2025 den besagten Müllbeitrag bezahlt haben, haben ab sofort das Recht auf eine vollständige Rückerstattung.

Für die Abwicklung müssen Betroffene lediglich ihr damaliges Ticket als Nachweis vorlegen. Die Anträge können unkompliziert per E-Mail eingebracht werden:

Cashless-Guthaben verfällt nicht

Ein weiterer Teilerfolg der Konsumentenschützer betrifft das digitale Bezahlsystem vor Ort. Das OLG Wien kippte eine Klausel, welche die Rückforderung von unverbrauchtem Guthaben auf lediglich sechs Wochen nach dem Event beschränkte. Die Veranstalter stellten hierzu jedoch klar, dass diese Befristung nur für das automatisierte System gilt. Verstreicht diese Frist, verfällt das Geld keineswegs. Unverbrauchtes Geld kann auch im Nachhinein weiterhin manuell via E-Mail zurückgefordert werden: „Der Schutz der Konsument:innen darf auch bei Großveranstaltungen wie Festivals nicht auf der Strecke bleiben“, erklärt Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Neues Belohnungs-System für aktive Müllvermeidung

Die Festival-Chefs betonten, dass es nie die Absicht war, versteckte Körberlgelder einzustreichen. Das Müllpfand diente seit jeher als Anreiz, um die Campingplätze sauber zu halten. Umweltschutz und Verbraucherrechte sollen daher auch künftig Hand in Hand gehen.

Gemeinsam mit dem VKI wird eine groß angelegte Infokampagne zur Müllvermeidung gestartet. Statt Strafen setzt man in Zukunft auf positive Anreize: Wer einen vollen Müllsack abgibt, erhält einen Gutschein im Wert von 5 Euro für ein Early-Bird-Ticket im Folgejahr. Wer fleißig sammelt und zwei oder mehr Säcke retourniert, nimmt zudem an Gewinnspielen um Gratistickets und Cashless-Guthaben teil.

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