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Agrana kämpft mit Verlusten im Zuckergeschäft: Werke wie „Wiener Zucker“ stehen unter massivem wirtschaftlichen Druck.
Agrana kämpft mit Verlusten im Zuckergeschäft: Werke wie „Wiener Zucker“ stehen unter massivem wirtschaftlichen Druck.
Mat's Pix / Shutterstock.com

Schock bei Agrana: Werke schließen, 600 Jobs weg, Millionenverlust

12.05.2026 um 14:31, Stefanie Hermann
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Agrana schreibt Verluste: Abschreibungen im Zuckergeschäft drücken das Ergebnis auf minus 35,6 Mio. Euro. Jetzt schließen Werke, rund 600 Jobs fallen weg.

Agrana rutscht im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich ins Minus. Massive Abschreibungen im Zuckergeschäft führen zu einem Verlust von 35,6 Millionen Euro. Gleichzeitig sinkt der Umsatz um 7,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Folgen sind spürbar: Zwei Werke werden geschlossen, rund 600 Stellen werden abgebaut.

Agrana im Minus: Zuckergeschäft belastet Ergebnis

Der heimische Nahrungsmittelkonzern Agrana verzeichnet trotz operativer Stabilität ein durchwachsenes Jahr. Das operative Ergebnis steigt um 6,2 Prozent auf 81,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis sinkt hingegen deutlich und liegt nur noch bei 3,2 Millionen Euro.

Zuckersparte bleibt Problemzone

Vor allem die Zuckersparte belastet das Ergebnis. Niedrige Preise und strukturelle Probleme zwingen Agrana zu Einschnitten. Die Werke in Leopoldsdorf und Hrušovany werden geschlossen.

„Das Zuckergeschäft blieb operativ schwach, zeigte aber dank Restrukturierungsmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr erste Verbesserungen“, erklärt Agrana-Chef Stephan Büttner.

Während sich der Bereich Food & Beverage Solutions „sehr gut“ entwickelt, zeigt die Stärke-Sparte rückläufige Ergebnisse.

Abschreibungen drücken Ergebnis

Der Gewinneinbruch ist vor allem auf hohe Abschreibungen zurückzuführen. Insgesamt belasten Sondereffekte von über 74 Millionen Euro das Ergebnis.

Agrana richtet sich strategisch neu aus und konzentriert sich auf wettbewerbsfähige Standorte. Laut Büttner befinde man sich nun „in der Zielstruktur“.

Auch beim Personal zeigt sich die Restrukturierung: Rund 600 Arbeitsplätze werden abgebaut. Aktuell beschäftigt der Konzern etwa 8.400 Mitarbeiter.

Krisen und Energiepreise erhöhen Druck

Neben internen Faktoren belasten externe Entwicklungen die Lage. Die konjunkturelle Entwicklung bleibt angespannt.

Büttner spricht von „einer Krise nach der nächsten“. Besonders der Iran-Krieg wirkt sich auf Energiepreise aus und „wird sich sukzessive über die gesamte Wertschöpfungskette ziehen“.

Auch die Landwirtschaft steht unter Druck. Trockenheit, Überschwemmungen und Schädlinge beschädigen Anbauflächen. Produktionsvorstand Franz Ennser zeigt sich dennoch „nach wie vor optimistisch“, dass größere Ausfälle ausbleiben.

Agrana Aktie: Dividende halbiert

Die wirtschaftliche Lage hat direkte Folgen für die Agrana Aktie. Die Dividende wird von 0,70 Euro auf 0,35 Euro je Aktie reduziert.

Parallel läuft das Sparprogramm „Next Level“ weiter. Ziel ist es, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Leichte Erholung bei Agrana erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Agrana vorsichtig optimistisch. Erwartet wird ein stabiles operatives Ergebnis sowie eine deutliche Verbesserung beim EBIT.

Dieses soll künftig zwischen 70 und 90 Millionen Euro liegen. Auch beim Umsatz rechnet der Konzern mit einem leichten Anstieg.

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