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Walter Freller, Jahrgang 1967, hat sich auf bekannte heimische Maler aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert spezialisiert. Im Hintergrund ist ein Alfons Walde zu sehen
Walter Freller, Jahrgang 1967, hat sich auf bekannte heimische Maler aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert spezialisiert. Im Hintergrund ist ein Alfons Walde zu sehen
KUNSTHANDEL FRELLER

Walter Freller: "Leidenschaft bei der Malerei"

27.05.2024 um 17:08, Klaus Schobesberger
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Was mit antiken Möbeln begann, führte zu Gemälden der namhaftesten Künstler Österreichs. Derzeit baut er eine Etage des Hauses zu einem modernen Schauraum um.

Ein Banner von Alfons Waldes „Der Aufstieg“ prägt die Hausfassade in der Linzer Kellergasse 10. Die Motive von Walde sind weithin bekannt und haben dank des kontrastreichen Stils einen hohen Wiedererkennungswert. Was viele nicht wissen: Einer der besten Kenner dieses herausragenden Vertreters der österreichischen Moderne ist in der Stahlstadt zu Hause und hat in eben diesem Gebäude seinen Firmensitz. Walter Freller ist einer der umtriebigsten Kunsthändler des Landes und beschäftigt sich fast sein halbes Leben lang mit dem Œuvre des Künstlers. Die ersten beiden Walde-Werke kaufte er vor mehr als zwei Jahrzehnten, als der Tiroler Maler weniger bekannt war und seine Bilder preislich noch nicht diese lichten Höhen erklommen hatten. Inzwischen wechseln Walde-Originale um hohe sechsstellige Euro-Beträge die Besitzer – was locker einer Wertsteigerung um den Faktor zehn entspricht.

Beständigkeit führt zum Erfolg
„Ich hatte damals schon einen ganz guten Riecher für Maler mit Potenzial“, sagt Freller. Ihn fasziniert nicht nur der Künstler Walde, sondern seine Pionierrolle als Architekt und Touristiker. Walde baute Skihütten und die Bergbahn auf den Hahnenkamm. Er hat Kitzbühel als Wintersport-Metropole quasi erfunden. Er war Auftragsmaler, gründete früh einen Verlag für Postkarten, die wiederum seine Motive zeigten. Was den Geschäftssinn Waldes betrifft, sieht Freller durchaus Parallelen. „Ich bin seit meinem 21. Lebensjahr selbstständig, komme aus dem Altwarenhandel und habe mich über die Jahre auf Kunst mit hoher Qualität spezialisiert. Das ist meine Leidenschaft.“ Freller hat sich in 36 Jahren Kunsthandel einen guten Ruf erarbeitet und ein Netzwerk aufgebaut. „Das Wichtigste in diesem Metier ist Beständigkeit und Seriosität. Man muss kontinuierlich arbeiten“, weiß Freller. Deshalb ist er auf acht bis zehn Messen jährlich mit seinem Programm vertreten. In seiner Sammlung finden sich neben Alfons Walde auch Werke anderer österreichischer Größen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts wie beispielsweise Carl Moll, Albin Egger-Lienz, Olga Wisinger-Florian, Egon Schiele, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Franz Sedlacek, Klemens Brosch, Willy Eisenschitz, Werner Berg, Arnulf Rainer, Christian L. Attersee, Hermann Nitsch und Hans Staudacher. 

Exklusive Kostbarkeiten
Exklusive Kostbarkeiten: Mit seinem breiten Angebot will Freller "nicht nur Kunstsammler mit dicker Brieftasche ansprechen".

Gute Kunst bleibt wertbeständig
„Meine Leidenschaft ist bei der Malerei. Wenn man sich mit der Materie identifizieren kann, ist es der schönste Beruf aller Zeiten.“ Der Kunst-Zampano plant, sich künftig überwiegend mit hochwertiger Kunst zu beschäftigen – und will diese in einem angemessenen Rahmen präsentieren. Im Obergeschoß werden für Ausstellungen Flächen saniert und neu ausgestattet. Freller plant mittelfristig sein breites Antiquitätenangebot zu reduzieren, um sich verstärkt auf die genannten Künstler konzentrieren zu können. Er ist davon überzeugt, dass qualitativ hochwertige Kunst beständiger im Wert ist als je zuvor. „Trotzdem würde ich behaupten, dass ein Großteil unserer Kunden aus passionierten Sammlern besteht. Diese erfreuen sich freilich nebenbei auch daran, wenn der Wert ihrer Kunstwerke kontinuierlich ansteigt“, führt Freller aus. 

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