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Harvard der Hospitality

02.04.2026 um 00:00, Andreas Hamedinger
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Kaderschmiede. Die EHL in Lausanne gilt international als eine der prestigeträchtigsten Bildungsinstitutionen im Bereich Hospitality Management.

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Gerade in einer Zeit, in der Kundenerlebnis, Servicequalität und Markenbindung zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden, positioniert sich die EHL zunehmend als ­Talentschmiede für die Experience Economy – also jenen Wirtschaftszweig, in denen Erlebnisse und Serviceprozesse strategisch gemanagt werden. Das zeigt sich nicht nur in globalen Rankings, in denen die EHL seit Jahren als Nummer eins im Bereich Hospitality & Leisure Management geführt wird, sondern auch an den Karrierewegen ihrer Absolventinnen und Absolventen. Viele wechseln nach dem Abschluss in andere Branchen – etwa in die Luxusindustrie, ins Consulting, zu Finanzdienstleistern oder in den Real-Estate-Sektor. Hospitality-Kompetenz entwickelt sich damit immer stärker zu einer universellen Management­fähigkeit – und nicht mehr zu einer reinen Nischenqualifikation. 
 

Innenansicht EHL Campus in Lausanne – die Hospitality-Hochschule erstreckt sich über rund 80.000 Quadratmeter Ausbildungsfläche.

Gute Ausbildung

Die EHL setzt auf ein Ausbildungsmodell, das klassische Universitätslogik bewusst durchbricht. Studierende lernen zunächst die operative Realität kennen, bevor sie in strategische Rollen hineinwachsen. Der Gedanke dahinter: Wer später Unternehmen führen will, muss Prozesse nicht nur berechnen, sondern erlebt haben. Diese Philosophie wirkt besonders in einer Branche, in der Personalintensität, Prozessqualität und Servicekultur den wirtschaftlichen Erfolg direkt beeinflussen.Charlotte Hannak aus Wien, Studentin an der EHL, beschreibt ihre Motivation als Mischung aus wirtschaftlichem Interesse und Praxisorientierung. Die Entscheidung für Lausanne fiel nicht zufällig: „Die Hotellerie hat mich von Anfang an angesprochen, weil sie unterschiedliche Menschen, Servicequalität und unternehmerisches Denken verbindet.“ Dieser Dreiklang ist ein zentraler Grund, warum die EHL längst als Managementschule wahrgenommen wird: Service wird hier als wirtschaftlicher Werttreiber verstanden. Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung zeigt sich auch im Curriculum. Themen wie Strategy, Finance, Marketing, Leadership oder Revenue Management gehören zu den zentralen Säulen. Gerade Revenue Management – die datenbasierte Steuerung von Preisen, Kapazitäten und Nachfrage – gilt als Schlüsselkompetenz in einer globalen Dienstleistungsökonomie.
 

Voller Hörsaal an der EHL in Lausanne: Studierende aus über 120 Nationen absolvieren in der Schweiz eine der weltweit renommiertesten Ausbildungen im Hospitality Management.

Weg einer Studentin

Hannaks Zugang zur ­Branche begann früh – und ­überraschend bodenständig. Während der Corona-Zeit suchte sie nach einer sinnvollen Tätigkeit und sprach mit ihrem Vater ­darüber, wie sie ihre freie Zeit nutzen könne. ­Seine Empfehlung: Hotellerie als Einstieg in die Arbeitswelt. Mit 15  Jahren arbeitete sie daraufhin in Wien in der Großkonditorei Aida. Sie servierte ­Kaffee und Mehlspeisen – und war damals noch weit entfernt von einer Karriereplanung in Richtung internationales Hospitality Management. Doch diese ersten Erfahrungen prägten sie. Es folgten weitere Stationen in Restaurants, unter anderem im Zuma in Kitzbühel sowie im Les ­Jardins du Presbourg in Paris. Aus Nebenjobs wurde ein klarer Karrierepfad: Die Entscheidung, an die EHL zu gehen, war für Hannak letztlich der Schritt, dieses Interesse strategisch zu professionalisieren. Diese Entwicklung ist typisch für viele EHL-Studierende: Der Weg beginnt oft in der Praxis, wird aber durch die Ausbildung auf eine Management- und Leadership-Ebene gehoben. Die EHL profitiert von einem Faktor, der in wirtschaftlichen Karrie­ren oft unterschätzt wird: Netzwerkökonomie. Der Campus ist hoch international, Studierende kommen aus rund 120 Nationen. Wer hier studiert, bewegt sich von Beginn an in einem globalen Umfeld, das später direkte berufliche Anschlussfähigkeit schafft. Hannak beschreibt diesen Vorteil klar: „Wir lernen regelmäßig CEOs und Entscheidungsträger großer Unternehmen kennen – nicht erst später im ­Berufsleben, sondern bereits während des Studiums.“ Damit wird sichtbar, dass die EHL nicht nur ­akademische Inhalte vermittelt, sondern gezielt als Schnittstelle zwischen Nachwuchsführungskräften und Industrie agiert. Dieser Zugang ist ein Wettbewerbsvorteil, weil Hospitality als Branche stark über Kontakte, Marken und persönliche Reputation funktioniert – insbesondere im Luxussegment.
 

Charlotte Hannak Studentin an der EHL Lausanne

Wichtige Praxisphasen

Zum Ausbildungsmodell gehören verpflichtende Praktika, die Studierende in reale Unternehmen führen. Hannak befindet sich aktuell in ihrem zweiten Internship und beschreibt, wie stark sich die Studieninhalte im Arbeitsalltag widerspiegeln: „Besonders analytisches Denken, strukturiertes Arbeiten und professionelle Kommunikation helfen mir, Aufgaben effizient zu bearbeiten und Zusammenhänge schneller zu verstehen.“ Damit wird deutlich: Die ­Praxisphase ist nicht nur ein „Nebenbei-­Lernen“, sondern ist ein gezieltes ­Training, um betriebswirtschaft­liche Werkzeuge in operative Realität zu übersetzen. Besonders prägend war für Hannak der Kurs „Revenue Management“. „Ich habe gelernt, wie wichtig datenbasierte Entscheidungen sind und wie Pricing, Nachfrageprognosen und Marktverständnis zusammens­pielen.“ Genau hier liegt der Kern der EHL: Hospitality wird als ­System aus Zahlen, Prozessen und strategischen Entscheidungen vermittelt – und nicht als romantisierte Dienstleistungskultur.

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