Unterweger und Co.: Wiener Kriminal-Legende tot
Wien verliert eine seiner prägendsten Figuren der Sicherheitsgeschichte: Maximilian Edelbacher, weitläufig bekannt als „Edelmax“, ist am vergangenen Wochenende im Alter von 81 Jahren verstorben. Wie die Vereinigung Kriminaldienst Österreich (VKÖ) am Donnerstag gegenüber der APA bestätigt, erlag der ehemalige Hofrat einer längeren schweren Krankheit. Edelbacher leitete jahrelang das Wiener Sicherheitsbüro und prägte die moderne Polizeiarbeit in Österreich maßgeblich.
Max Edelbacher und die spektakulärsten Fälle
In die Amtszeit von Maximilian Edelbacher fielen einige der aufsehenerregendsten Verbrechen der Zweiten Republik. Als Leiter des Sicherheitsbüros (dem Vorläufer des Landeskriminalamts) ab 1988 koordinierte er Ermittlungen, die weit über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen sorgten. Dass Max Edelbacher nun tot ist, bewegt viele Wegbegleiter, die mit ihm an diesen Meilensteinen der Kriminalgeschichte arbeiteten:
- Die Todesengel von Lainz: Die Aufklärung der Mordserie durch Stationshilfen im Krankenhaus Lainz.
- Jack Unterweger: Die weltweite Jagd auf den Serienmörder und Literaten.
- Favoritner Mädchenmorde: Die komplexen Ermittlungen in den Fällen Alexandra Schriefl und Nicole Strau.
Vom Kriminalisten zum kritischen Autor
Edelbacher war zeit seines Lebens kein bequemer Beamter. Er scheute sich nicht, Missstände innerhalb des Apparats offen anzusprechen. Besonders nach der Wiener Polizeireform 2002 und unter der Ära des damaligen Innenministers Ernst Strasser kam es zu fachlichen Konflikten, die schließlich zu seiner Versetzung führten. In Werken wie „Polizei Inside: Was läuft falsch?“ setzte er sich kritisch mit der Qualität der Polizeiarbeit und politisch motivierten Umfärbungen auseinander.
Lehre und Humor: Das Erbe des „Edelmax“
Neben seiner Arbeit als Ermittler war der promovierte Jurist als international gefragter Gastdozent tätig – von den USA bis Finnland. Er trug wesentlich dazu bei, dass der Sachbeweis das klassische Geständnis als wichtigstes Indiz ablöste. Privat zeigte sich der Kriminalist oft von einer humorvollen Seite. In kabarettistischen Auftritten und satirischen Büchern wie „Die letzten fünf Meter grüner Stoff“ verarbeitete er den polizeilichen Alltag mit Wiener Schmäh.