Kulturschock: Wiener Kult-Museum ist pleite
Das im November 2024 eröffnete Johann Strauss Museum (JSM) in der Friedrichstraße ist pleite. Die Betreibergesellschaft, die Ostrich Eventagentur GmbH, hat am Montag beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) in einer Aussendung mitteilt. Trotz privater Investitionen in Millionenhöhe steht das immersive Museumserlebnis vor dem wirtschaftlichen Ruin.
Insolvenz am prominenten Standort
Das Johann Strauss Museum befindet sich in einer der exklusivsten Lagen von Wien, direkt gegenüber der Secession. Das Ziel der Ostrich Eventagentur GmbH war es, pünktlich zum 200. Geburtsjahr des Walzerkönigs eine digitale und immersive Ausstellung von internationaler Strahlkraft zu etablieren. Doch wie der AKV nun bekannt gab, scheiterte diese Vision an der harten wirtschaftlichen Realität und strukturellen Blockaden.
Ursachen der Pleite
Laut Eigenantrag der Schuldnerin führten mehrere Faktoren in die Insolvenz. Ein zentraler Punkt ist das Ausbleiben öffentlicher Förderungen sowie der Umstand, dass die Wien Holding nicht wie ursprünglich erhofft als Gesellschafterin eingestiegen sei. Besonders schwer wogen jedoch die Probleme mit der Immobilie in der Friedrichstraße 7. „Das Museum konnte buchstäblich seit der Eröffnung nicht gesehen werden: Eine dauerhaft verhüllte Fassade machte den Standort unsichtbar“, heißt es in einer Pressemitteilung des Betreibers.
Zudem gab es massive technische Probleme bei der Errichtung, da das Gebäude laut Betreibern jahrelang nicht ordnungsgemäß gewartet wurde und in „chaotischen Zuständen“ geführt wurde.
Passiva und betroffene Gläubiger
Die finanzielle Lage stellt sich laut ersten Angaben wie folgt dar:
| Kategorie | Daten zum Verfahren |
|---|---|
| Passiva | rund EUR 2,7 Mio. |
| Betroffene Gläubiger | 6 |
| Dienstnehmer | 0 |
| Verfahrenseröffnung | 30.03.2026 (HG Wien) |
Die Zukunft des Museumsstandorts
Ob das Museum durch einen Entschuldungsplan gerettet werden kann, ist derzeit völlig offen. Bisher wurden keine entsprechenden Anträge eingebracht. Sollte keine Sanierung erfolgen, wird der Insolvenzverwalter das verbliebene Vermögen verwerten müssen. Für Wien bedeutet dies den potenziellen Verlust einer Attraktion, die jährlich bis zu 860.000 Touristen hätte anziehen können.