Hitzewelle: Bettina Emmerling will Sommerferien vorlegen
- Extreme Hitze in Schulen
- Emmerling fordert Diskussion über neue Ferienregelung
- Hitzefrei bleibt vorerst keine Option
- Lehrergewerkschaft schlägt Alarm
- Ministerium prüft Vorschlag
Die anhaltende Hitzewelle sorgt in Wien für eine neue bildungspolitische Debatte. Die Wiener Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) bringt eine mögliche Vorverlegung der Sommerferien ins Gespräch. Grund dafür ist die zunehmende Belastung durch hohe Temperaturen in den letzten Schulwochen im Juni.
Extreme Hitze in Schulen
In vielen Klassenräumen steigen die Temperaturen regelmäßig über 30 Grad. Laut einer aktuellen Befragung empfinden 88 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte die Hitze als belastend. 96 Prozent geben an, dass es bereits im Juni zumindest eine Woche lang zu heiß für regulären Unterricht ist.
Emmerling fordert Diskussion über neue Ferienregelung
Die Wiener Bildungsstadträtin sieht darin ein strukturelles Problem. „Wenn die Hitze im Juni massiv steigt [...] dann kann man darüber nachdenken, [...] ob wir die Sommerferien nicht vorverlegen“, erklärt Bettina Emmerling gegenüber dem Standard.
Ihr Argument: Während der Juni zunehmend von Hitzetagen geprägt ist, seien die Bedingungen ab Mitte August deutlich günstiger. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler – eine bessere Kühlung der Schulgebäude wäre möglich. „Eine Vorverlegung der Sommerferien wäre daher für mich ein konkreter Vorschlag“, so Emmerling.
Hitzefrei bleibt vorerst keine Option
Ein kurzfristiges „Hitzefrei“ ist derzeit keine Lösung. Aufgrund der gesetzlichen Betreuungspflicht können Schulen nicht einfach schließen. Das Bildungsministerium setzt stattdessen auf alternative Maßnahmen wie Unterricht im Freien, Verlegung in kühlere Räume und Anpassung des Stundenplans.
Erst wenn ein Schulgebäude als unbenutzbar gilt, kann tatsächlich schulfrei gegeben werden.
Lehrergewerkschaft schlägt Alarm
Die Lehrergewerkschaft fordert rasche Maßnahmen. „Die derzeitigen Temperaturen in vielen Schulen machen Lernen nahezu unmöglich“, warnt Personalvertreterin Melanie Rössler.
Messungen zeigen, dass Innenräume in Schulen wiederholt über 27 Grad erreichen. Die Folgen sind deutlich spürbar: Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und gesundheitliche Beschwerden nehmen zu.
Ministerium prüft Vorschlag
Die Diskussion über eine mögliche Anpassung der Sommerferien steht erst am Anfang. Bildungsminister und NEOS-Parteikollege Christoph Wiederkehr zeigt sich offen, aber zurückhaltend. Der Vorschlag sei „prinzipiell interessant“, müsse jedoch erst geprüft und mit allen Beteiligten abgestimmt werden.
Damit ist klar: Eine rasche Umsetzung ist unwahrscheinlich. Dennoch hat Bettina Emmerling mit ihrem Vorstoß eine Debatte angestoßen, die angesichts steigender Temperaturen weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.