Rhomberg Gruppe: Heutemorgendenker

Weekend: Der Bau boomt, Auftrags- und Auslastungslage sind mehr als rosig. Reicht Ihnen das nicht?
Ernst Thurnher:
Uns auf dem Erreichten auszuruhen, liegt zum einen nicht in unserer DNA. Zum anderen wäre es sehr kurzsichtig. Die Geschichtsbücher sind voll von einstmals erfolgreichen Unternehmen, die es jetzt nicht mehr gibt, denken wir an Kodak oder die großen Kaufhausketten wie Karstadt. Da wollen wir doch anders agieren: Unser Erfolg basiert zum ganz großen Teil auf unserer Fähigkeit, vorausschauend zu handeln, Trends zu erkennen und – wenn möglich – vorwegzunehmen. Und die Digitalisierung ist ohne Zweifel eine Entwicklung, die uns alle betrifft oder zumindest früher oder später betreffen wird. Wir meinen: eher früher.
Hubert Rhomberg: Daher haben wir schon vor vielen Jahren einen Transformationsprozess angestoßen und befinden uns aktuell mitten im Wandel vom klassischen, reinen Bauunternehmen hin zu einem Technologie- und Produktanbieter. Wir verfolgen damit eine konsequente Investitionsstrategie in Zukunftstechnologien und haben auch den Mut, visionäre Ideen in die Tat umzusetzen. Neben hoher Qualität am Bau stecken längst auch Nachhaltigkeit und Digitalisierung in unserer Unternehmens-DNA.

Weekend: Was ist aktuell die größte Herausforderung für die Rhomberg Gruppe?
Ernst Thurnher:
Auslastung und Auftragslage in Bau und Bahn sind sehr gut, unsere beiden Standbeine sind mit die stabilsten und wachstumsstärksten Bereiche der Industrie. Das heiß aber leider auch, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal steigt. Auch bei uns. Dabei sprechen wir längst nicht mehr nur Baufachleute an, wobei wir diese natürlich nach wie vor intensiv für unsere Kernbereiche suchen. Wir halten aber verstärkt auch Ausschau nach IT-Fachleuten und technikaffinen Menschen, die Lust haben, Probleme zu lösen und innovative Produkte zu kreieren.

Weekend: Integrale Planung, Ressourceneffizienz, Holzbau, jetzt Digitalisierung – die Rhomberg Gruppe gilt in Vorarlberg traditionell als innovativer Vorreiter. Aber dennoch: Warum soll ich als App-Entwickler oder Programmierer bei einem Bauunternehmen anfangen?
Hubert Rhomberg:
Data Science, BIM, VR-Anwendung für Immobilienprojekte oder auch unser mittlerweile berühmter „Spot“-Roboter: Bei uns gibt es spannende Aufgaben für jede Fachrichtung. Und nicht nur das: Zudem punkten wir mit flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office- Möglichkeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Außerdem greift unsere Personalarbeit auf die unternehmenseigene Rhomberg Akademie zurück. Dort werden die unterschiedlichsten Seminare zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung angeboten. Überhaupt sind die betrieblichen Sozialleistungen, die wir unseren Mitarbeitenden freiwillig bieten, überdurchschnittlich. Von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zuschüsse ist alles dabei.

Zu den Personen:

Mag. Ernst Thurnher
Geschäftsführer

  • geb. am 13. April 1962
  • Verheiratet, drei Kinder
  • Werdegang: Studium der Betriebsinformatik. 1988 bis 1996 Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater, PwC Wien und Vorarlberg. Seit 1996 bei Rhomberg, zunächst als Abteilungsleiter, dann als Geschäftsführer Rhomberg Bau, jetzt als Geschäftsführer der Gesamtunternehmung.

Baumeister DI Hubert Rhomberg
Geschäftsführer

  • geb. am 6. Dezember 1967
  • Verheiratet, drei Kinder
  • Werdegang: Dipl.-Ing.-Studium an der TU Wien, Arbeitseinstieg bei STRABAG, 1998 Einstieg ins Familienunternehmen. Seit 2002 Geschäftsführer.
  • Visionär und Baupionier. Hat mit dem LCT ONE in Dornbirn das weltweit erste, achtstöckige Holz-Hybrid-Gebäude gebaut.
Autor: Weekend Magazin Vorarlberg, 12.10.2021