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Verpackungsflaschen des Unternehmens ALPLA
ALPLA hat ein positives Wachstum verzeichnet.
ALPLA hat ein positives Wachstum verzeichnet.
ALPLA GROUP

Vorarlberger Konzern wächst trotz Krise

22.01.2026 um 13:24, Weekend Redaktion
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ALPLA hat das Jahr 2025 mit 5,2 Milliarden Euro Umsatz abgeschlossen. Der Verpackungsspezialist aus Vorarlberg zählt weltweit 206 Standorte.

Verpackungskonzern ALPLA zieht trotz schwieriger Konjunktur eine positive Bilanz. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro und vergrößerte den Personalstand auf rund 25.500 Mitarbeiter. Die Zahl der Standorte stieg auf 206. In einem herausfordernden Umfeld blieb der Verpackungs- und Recyclingspezialist auf Wachstumskurs.

Stabiler Jahresabschluss

Im 70. Jahr des Bestehens verzeichnete ALPLA ein solides Ergebnis. Nach einem Umsatzplus gegenüber 2024 begründet CCO Nicolas Lehner die Entwicklung mit langfristigen Weichenstellungen und gezielter Investitionstätigkeit. Schwankende Märkte, steigende Kosten und Nachfragerückgänge prägten das Geschäftsjahr. Besonders im Getränkemarkt und im Recyclingbereich machte sich die Unsicherheit bemerkbar. Dennoch blieb die Unternehmensstrategie stabil ausgerichtet.

Wachstumsmotor Amerika

Positive Impulse kamen aus Nord- und Südamerika. Auch der Bereich Extrusionsblasformen entwickelte sich stark. Die in den Vorjahren gesetzten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Fachkräfteentwicklung trugen dazu bei. Laut Lehner profitiere man von gefestigten Kundenbeziehungen und einer breiten Produktbasis.

Druck in Europa

In Westeuropa blieb die Lage angespannt. Hohe Kosten und schwache Nachfrage setzten die Margen unter Druck. Gleichzeitig investierte das Unternehmen weiter in den Ausbau seiner Standorte und Technologien. In den USA wurde das Ausbildungswesen gestärkt, in Südamerika begann ALPLA mit Recyclingprojekten. Auf globaler Ebene wuchs die Spritzguss-Sparte "ALPLAinject" durch die Übernahme von KM Packaging. "ALPLApharma" erweiterte ihre Präsenz im Markt für pharmazeutische Verpackungen. Chancen für die kommenden Jahre sieht man in faserbasierten Lösungen wie jenen von Paboco und Blue Ocean Closures.

Fokus auf Recycling

Die Sparte ALPLArecycling hatte 2025 mit regulatorischen Vorgaben und sinkender Nachfrage zu kämpfen. Billige Neuware und Importe aus Drittstaaten erschwerten die Wettbewerbsbedingungen. Lehner mahnt faire Rahmenbedingungen in der EU ein, um die Kreislaufwirtschaft zu sichern. Trotz des schwierigen Umfelds hält das Unternehmen an seinem Kurs fest.

Ausblick bis 2030

ALPLA will bis 2030 den Anteil an Post-Consumer-Recyclingmaterial auf 30 Prozent steigern. Die Recyclingkapazität soll von 400.000 auf 700.000 Tonnen wachsen. Ab 2026 fließen jährlich 15 Millionen Euro in den Ausbau. Ein Kooperationsprojekt mit NTCP in den Niederlanden zur Produktion lebensmitteltauglichen HDPE-Materials gilt als Pilotvorhaben. Damit setzt ALPLA den eingeschlagenen Weg der Kreislaufwirtschaft fort.

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