Im Küchenreich von Markus Tschohl

Weekend: Den olina-Gedanken gibt es bereits seit 45 Jahren?
Markus Tschohl:
olina-Gründer Wolfgang Allgäuer wurde seinerzeit für seine Vision kritisiert. Er stellte nicht rein das Produkt, sondern das Thema Kundenservice in den Vordergrund. Produkte werden dank Internet ohnedies immer vergleichbarer. Der Mensch ist wichtiger als das Objekt. Diese Philosophie wurde von Mitbewerbern und Industrie belächelt, von den Kunden jedoch sehr geschätzt. Wir leben diese Überzeugung immer noch und stellen unsere Auftrag- geber in den Mittelpunkt. Wir versuchen das abzudecken, was andere nicht abdecken. Den Kundennutzen herauszufinden ist unsere Prämisse. Dabei werden Koch- und Backgewohnheiten und viele ergonomische Gesichtspunkte berücksichtigt.

Weekend: Was macht olina so besonders?
Markus Tschohl:
Wir nehmen uns viel Zeit für die Kunden. In unserer schnelllebigen Welt benötigt es Zeit für Entscheidungen. Was jemandem gefällt kann er nicht – wie es andernorts oft geschieht –zwischen Lautsprecherdurchsagen und weiteren Kunden in der Warteschlange eruieren. Wir von olina finden gemeinsam Lösungen, an die der Kunde vorher nicht gedacht hätte. Seine große Begeisterung ist Teil unseres Lohnes. Wir zeichnen übrigens noch sehr viel von Hand und fangen zum besseren Verständnis die ersten Ideen mit einer Hand- skizze ein, bevor es später an 3D-Visualisierungen geht. Wir stehen für eine Kombination von Fachwissen, Know-How und Leidenschaft. Mein Anspruch ist, dass der Kunde nicht nur zufrieden, sondern begeistert ist, wenn er unser Studio verlässt. Diese Erwartungshaltung zu übertreffen ist mein Job.

Weekend: Gute Ideen werden gerne abgekupfert?
Markus Tschohl:
Je mehr man uns kopiert, desto bestätigter fühle ich mich. Wir finden Beachtung auf dem Markt. Es werden nicht nur besondere Küchenfeatures kopiert, sondern teils sogar Werbematerialien. Zur Küchenplanung gehört auch ein gutes Bauchgefühl. Wenn die Arbeitshöhe laut Lehrbuch 90 cm ist, der Kunde sich jedoch mit 92 cm wohler fühlt, so ist das unser Beitrag, ihm den Alltag in der Küche zu erleichtern oder ihn zufriedenzustellen. Wir liegen aufgrund unserer hohen Qualitätsstandards im mittleren bis oberen Preissegment, liefern jedoch seit wenigen Jahren auch vermehrt als #olina- startup für den Mietobjektbereich Küchen.

Weekend: Stichworte Corona und Digitalisierung?
Markus Tschohl:
Wir haben den Jänner-Lockdown gut kompensiert und liegen im Plan. Ich will das Unternehmen so aufgestellt haben, wie es vor der Krise war. Aktuell sind weltweit die Materiallieferzeiten etwas länger, wir haben jedoch gut vorgebaut und suchen aktuell Personal für den Verkauf und die Montage. Die Onlinethematik wird künftig ein weiteres Auswahlkriterium für Kunden sein, die daheim vom iPad aus unsere Ausstellung digital betrachten. Die Digitalisierung wird ausgeweitet: Als olina- Kunde wird man seine Pläne und Bedienungsanleitungen bald in unserer eigenen olina-App digital abrufen können. Clevere Accessoires ringsum die Küche gibt es unserem Onlinshop kuechenreich.at, um den sich meine Gattin kümmert.

Zur Person: Markus Tschohl
olina Vorarlberg-Inhaber

  • Jahrgang 1977
  • Wohnhaft in Übersaxen
  • verheiratet, 1 Sohn
  • Werdegang: Arbeitete nach der Tischlerausbildung im Vertrieb von Küchen, seit dem Jahr 2000 bei olina: Verkauf, Auftragsabwicklung und Backoffice, seit 2021 Geschäftsführer.
  • Hobbies: aktiver Blasmusiker, Trompete und Flügelhorn beim Musikverein Übersaxen
Autor: Weekend Magazin Vorarlberg, 11.05.2021