Finanzstratege Jochen Köb

Weekend: Hallo Herr Köb. Wir möchten heute das Thema „Wirtschaft während der Corona-Zeit“ mit dem Bezug auf Finanzierungen besprechen. Schön, dass Sie uns hier zu diesem Thema weiterhelfen. Was dürfen sich die Leser unter einem Kreditmakler vorstellen?
Jochen Köb: Danke für die Einladung. Seit vielen Jahren helfe ich Privatpersonen und Firmenkunden bei der Optimierung bzw. Suche nach der richtigen Finanzierung. Und da ich nicht nur mit einer Bank spreche, sondern mit allen relevanten Banken, agiere ich hier wie ein Makler und bin somit das Bindeglied zwischen Kunde und Bank.

Weekend: Wie ist bei Ihnen der Wunschgedanke entstanden, diesen Beruf auszuüben?
Jochen Köb: Da ich nur über ein begrenztes technisches Talent verfüge, war sehr schnell klar, dass ich eine kaufmännische Ausbildung machen werde. Nach meiner Lehre bei der SPAR AG habe ich auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und ein betriebswirtschaftliches Studium abgeschlossen und danach meine berufliche Karriere bei einer regionalen Bank als Firmenkundenberater gestartet. Nach verschiedenen Stationen bei der Bank habe ich aber festgestellt, dass ich mein Fachwissen als selbständiger Finanzberater noch besser für meine Kunden einsetzen kann und so ist es zum Schritt in die Selbständigkeit gekommen.

Weekend: Wie haben Sie die letzten Monate mit dem Lock-down und der Ungewissheit bei den Kunden erlebt?
Jochen Köb: Ich muss wohl auf Holz klopfen und darf sagen, dass es sehr gut gegangen ist. Eines der Grundziele bei der Erstellung einer Finanzierung muss sein, dass der Kreditnehmer sich die Finanzierung auch in turbulenten Zeiten leisten kann. Mit dem Blick auf diese Grundvoraussetzung wurden in der Vergangenheit alle Finanzierungen konzipiert und daher hat es keine Probleme gegeben.

Weekend: Welche Finanzierungsstrategien haben Sie in der Vergangenheit bei Ihren Kundenfinanzierungen angewendet?
Jochen Köb: Eine der wichtigsten Regeln ist ganz klar, dass der Kunde sich finanziell nicht übernehmen darf. Jeder träumt von dem großen Haus mit Pool und Garten. Wenn man aber kein Grundstück vererbt bekommt und zudem noch genügend Eigenmittel sein Eigen nennen kann, wird dieser Traum in ganz vielen Fällen ein Traum bleiben. So ehrlich muss man mit den Kunden sein. Wenn aber das richtige Projekt da ist, dann kann man mit der passenden Kreditlaufzeit und dem passenden Finanzierungskonzept Träume verwirklichen.

Jochen Köb

Weekend: Was raten Sie allen Lesern, welche gerade auf der Suche nach der persönlichen Traumimmobilie sind?
Jochen: Viele meiner Kunden erzählen mir, dass sie schon sehr lange nach der richtigen Immobilie suchen. Somit rate ich jedem, nicht aufzugeben. Das passende Objekt kommt. Und in dieser Zeit wäre es gut, wenn man versucht so viel Eigenmittel wie möglich auf die Seite zu bringen. Denn jeder Euro, welchen man sich nicht von der Bank leihen muss, hilft den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.

Weekend: Angenommen man ist noch immer auf der Suche nach seinem Eigenheim. Soll man aufgrund der Corona-Situation noch warten in der Hoffnung, dass es billiger wird?
Jochen Köb: Aus den Erfahrungen der letzten Woche kann ich leider nicht bestätigen, dass es deutlich günstiger geworden ist. Was die Zukunft bringt, mag ich nicht prognostizieren, aber dass es zu einem deutlichen Preisverfall kommt, wäre jetzt nicht zu erkennen. Somit würde ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, wenn gerade die passende Immobilie am Markt ist. So günstig wie jetzt hat man noch nie finanziert.

Weekend: Sie sprechen gerade das aktuelle Zinsniveau an. Wird es länger so niedrig bleiben?
Jochen Köb: Wenn man sich die steigenden Staatsverschuldungen innerhalb der EU anschaut, gehe ich nicht davon aus, dass der Leitzins in naher Zukunft erhöht wird. Das hätte zur Folge, dass sich die Mitgliedsländer in der Eurozone zu einem höheren Zinssatz refinanzieren müssten und das würde die Situation im Haushaltsbudget noch mehr verschärfen.

Weekend: Somit sollen die Kunden bei einer Finanzierung auf eine variable Verzinsung setzen?
Jochen: Das wäre eine Argumentation für eine variable Finanzierung, wenn man sich die nächsten fünf bis zehn Jahr anschaut. Eine Finanzierung geht aber 30 Jahre und länger und daher muss man das Gesamtrisiko im Auge behalten. Es war noch nie so günstige wie aktuell seine Finanzierung langfristig abzusichern und mittels Fixzinssatz auf 20 oder 30 Jahren hat man nun solche Möglichkeiten. Ich denke, man muss hier einfach den richtigen Mix finden und was das absolut Wichtigste ist, dass sich der Kunde mit der gewählten Finanzierungsstrategie wohl fühlt.

Weekend: Herr Köb, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viele zufriedene Kunden.
Jochen: Ich danke Ihnen.

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Autor: Günter Hasenburger , 03.08.2020