Kühltruhenmord: So starben Mutter (34) und Tochter (10)
- Mutter und Tochter monatelang vermisst
- Verdächtige in Haft, Aussagen widersprüchlich
- Leichenfund nach dem Stromausfall
- Langwierige Obduktion bringt Gewissheit
Im Fall der beiden toten Frauen, deren Körper im November 2025 in Innsbruck entdeckt wurden, steht die wahrscheinliche Todesursache fest. Laut Obduktion sind die 34-jährige Syrerin und ihre zehnjährige Tochter mit hoher Wahrscheinlichkeit erstickt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Damit verdichtet sich das Bild eines grausamen Verbrechens, das die Ermittler nunmehr seit über einem Jahr beschäftigt.
Mutter und Tochter monatelang vermisst
Die Mutter und ihre Tochter waren seit Juli 2024 als vermisst gemeldet. Ein Cousin aus Deutschland hatte Alarm geschlagen, nachdem der Kontakt zu den beiden plötzlich abgebrochen war. Die Polizei startete umfangreiche Ermittlungen, lange blieb der Fall aber rätselhaft. Erst im November 2025 fanden Beamte die Leichen in einer Innsbrucker Wohnung. Verborgen waren sie in zwei Kühltruhen, die hinter einer Rigipswand eingebaut waren.
Verdächtige in Haft, Aussagen widersprüchlich
Zwei Männer sitzen wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft: der 55-jährige Arbeitskollege der Getöteten, der zum Zeitpunkt ihres Verschwindens als ihr mutmaßlicher Freund galt, und dessen Bruder. Der Hauptverdächtige hatte zunächst von einem Unfall gesprochen, bevor er einräumte, die Leichen versteckt zu haben. Der Bruder soll beim Transport und beim Aufbau der Truhen geholfen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer über Monate versucht haben, ihre Spuren zu verwischen. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.
Leichenfund nach dem Stromausfall
Nachdem die beiden Verdächtigen im Sommer 2025 festgenommen worden waren, wurde in ihrer Abwesenheit der Strom in der betreffenden Wohnung abgeschaltet. Erst dadurch fiel auf, dass etwas nicht stimmte: In den Räumen begann es stark zu riechen. Ermittler durchsuchten die Wohnung des Bruders erneut – diesmal gründlicher als zuvor. Hinter einer eigens errichteten Rigipswand entdeckten sie die zwei großen Kühltruhen. In ihnen lagen die Leichen der 34-jährigen Frau und ihrer Tochter. Die Kühlung war bis zu den Verhaftungen aktiv gewesen, danach hatte der Stromausfall das grausige Versteck offengelegt.
Langwierige Obduktion bringt Gewissheit
Die stark verwesten Leichen stellten die Gerichtsmediziner vor große Herausforderungen. Erst nach mehreren Wochen stand das Ergebnis fest: Ersticken als wahrscheinliche Todesursache. Das Motiv für die Tat bleibt weiterhin unklar. Der genaue Ablauf des Geschehens konnte trotz monatelanger Ermittlungsarbeit bisher nicht rekonstruiert werden.