Land Steiermark streicht Bonus: Betriebsrat prüft Klage
Das Land Steiermark streicht für das Jahr 2026 den gewohnten Weihnachtsbonus in Höhe von 50 Euro für rund 28.000 Beschäftigte des Landes und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages). Während die Maßnahme dem Land jährlich 1,35 Millionen Euro einsparen soll, sorgt die Entscheidung für erhebliche Unruhe unter den Bediensteten. Der Kages-Betriebsrat erwägt nun rechtliche Schritte.
Sparmaßnahme des Landes: Weihnachtsbonus für 28.000 Beschäftigte gestrichen
Bislang erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Land und Kages zum Jahresende persönliche Einkaufsgutscheine im Wert von 50 Euro als Anerkennung für ihre Arbeit. Aufgrund der derzeit angespannten Budgetlage fällt diese freiwillige Leistung des Dienstgebers 2026 ersatzlos weg.
Vom Wegfall betroffen sind Personalbereiche quer durch das Land – von der Verwaltung bis hin zu Pflegekräften, Reinigungspersonal und der Haustechnik.
Betriebsrat prüft Klage wegen Ungleichbehandlung
Der Betriebsrat der Kages untersucht derzeit, ob gegen den Wegfall der Prämie rechtlich vorgegangen werden kann. Im Zentrum steht dabei die Frage einer möglichen Diskriminierung:
- Prüfung von Härtefällen: Der Betriebsrat sucht nach Betroffenen, die beispielsweise aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können oder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben.
- Mögliche Benachteiligung: Da persönliche Gutscheine gestrichen werden, Familienleistungen für Kinder aber bestehen bleiben, sehen Arbeitnehmervertreter eine potenzielle Benachteiligung kinderloser Beschäftigter.
Kinder-Gutscheine bleiben – Kritik von SPÖ und Personalvertretung
Gänzlich gestrichen wird die Zuwendung zum Jahresende nicht: Gutscheine für Kinder bleiben aufrechterhalten. Für das erste und zweite Kind werden jeweils 95 Euro ausgegeben, ab dem dritten Kind 115 Euro. Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) begründet das Festhalten an dieser Regelung mit dem Ziel, die Familienfreundlichkeit als Arbeitgeber zu unterstreichen.
Von Seiten der Landespersonalvertretung und der steirischen SPÖ kommt scharfe Kritik. SPÖ-Chef Max Lercher mahnt ein, dass Einsparungen primär in Managementstrukturen und der Verwaltung gesucht werden müssten, anstatt den Angestellten vor Ort eine kleine Form der Wertschätzung zu entziehen.