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Ein traditioneller Wetterhahn auf einem Kirchturm vor spätsommerlichem blauen Himmel
Die Bauernregeln zum September-Wetter weisen statistisch eine hohe Trefferquote auf.
Die Bauernregeln zum September-Wetter weisen statistisch eine hohe Trefferquote auf.
Alphacit Newim Reporter / Shutterstock.com

Bauernregeln im September: So soll das Wetter werden

05.09.2026 um 09:39, Marcel Toifl
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Welche Bauernregel gilt im September? Vom Magnustag bis zum Almabtrieb: Wie verlässlich die alten Vorhersagen zum Wetter wirklich sind.

Schon lange bevor es moderne Satelliten, Computermodelle und Messnetze gab, vertrauten Landwirte auf Beobachtungen, die über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Der September gilt im bäuerlichen Kalender als Schlüsselmonat für den Übergang vom Sommer in den Herbst. Doch was steckt hinter den traditionellen Bauernregeln und Lostagen und wie treffsicher sind sie wirklich?

Lostage im September: Gedächtnisstützen der Landwirtschaft

Bauernregeln dienten früher nicht der reinen Folklore, sondern waren überlebenswichtige Orientierungshilfen für die Feldarbeit. Da es keine Wetterkarten gab, verknüpfte man wiederkehrende Witterungsmuster mit leicht merkbaren Heiligen- und Festtagen. Diese sogenannten Lostage fungierten gleichsam als „Knoten im Taschentuch“.

Gerade der Monatsanfang im September strotzt nur so vor Wetter-Lostagen:

  • 1. September (St. Ägidius): „Wie das Wetter an Ägidius, so es vier Wochen bleiben muss.“
  • 6. September (St. Magnus): „Wie das Wetter am Magnustag, so es vier Wochen bleiben mag.“
  • 7. September (St. Regine): „Ist Regine warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig.“
  • 8. September (Mariä Geburt): Bringt der Tag keinen Regen, verspricht das eine beständige Phase für die Ernte.
  • 9. September (St. Gorgon): Dem Volksglauben nach soll die Witterung an diesem Tag sogar sechs Wochen anhalten.

Der Magnustag am 6. September: Wie wird das Wetter in den nächsten Wochen?

Ein besonders beachteter Stichtag ist der 6. September, der Gedenktag des heiligen Magnus von Füssen. Obwohl der Allgäuer Mönch aus dem 8. Jahrhundert selbst kein Meteorologe war, schufen die Menschen ihm zu Ehren eine einprägsame Regel: Bleibt es am Magnustag schön und frei von Unwettern, soll die sonnige Phase vier Wochen lang anhalten.

Blickt man auf die aktuelle Wetterlage rund um diesen Lostag, zeigt sich nach dem Durchzug einer Kaltfront rasch wieder die Sonne. Nach Auflösung von Restwolken beschert der Magnustag meist verbreitet sonniges und spätsommerlich warmes Wetter mit Temperaturen zwischen 21 und 29 Grad. Folgt man der Logik der Regel, stünde Mitteleuropa damit ein goldener September bevor.

St. Rosalia und der Almabtrieb: Ein fixer Kalender-Anker

Nicht jede Bauernregel im September sagt jedoch direkt das Wetter voraus. Die überlieferte Weisheit zum 4. September – „Zu Sankt Veit (15. Juni) geht’s auf die Weid, Sankt Rosal (4. September) treibt’s Vieh ins Tal“ – markiert primär einen landwirtschaftlichen Ablauf.

Der Tag der heiligen Rosalia war für die Sennerinnen und Senner die gedankliche Richtschnur für das Ende der Sommerweidezeit auf den Bergen. Die Tiere sollten zwar so lange wie möglich auf den Hochalmen fressen, doch drohte mit dem fortschreitenden September die Gefahr von plötzlichen Kälteeinbrüchen, Nebel oder frühem Schneefall. Der 4. September war somit ein gut merkbares Datum, um die Vorbereitungen für den Almabtrieb einzuläuten.

Meteorologischer Faktencheck: Haben die September-Regeln einen wahren Kern?

So holprig mancher Reim klingen mag, aus wissenschaftlicher Sicht stecken in den Bauernregeln für Anfang September erstaunlich hohe statistische Wahrheiten. Der Grund liegt in der Beharrlichkeit großräumiger Zirkulationsmuster: Anfang September befindet sich die Atmosphäre in Mitteleuropa in einer Übergangsphase.

Etabliert sich in den ersten Septembertagen ein stabiles Hochdruckgebiet, neigt diese Großwetterlage dazu, über längere Zeit einzurasten. Statistische Auswertungen zeigen:

  • Ein warmer Septemberbeginn führt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent zu einem insgesamt überdurchschnittlich warmen Monat.
  • Ein trockener Monatsstart setzt sich in entsprechenden Datenreihen überdurchschnittlich oft bis Ende September fort.

Die alten Beobachtungen treffen somit genau den Kern der meteorologischen Erhaltungsneigung im Frühherbst.

FAQ zu den Bauernregeln im September

Was ist ein Lostag bei Bauernregeln?

Ein Lostag ist ein bestimmtes Kalenderdatum (meist ein Heiligen- oder Festtag), dem in der Volksheilkunde und Landwirtschaft eine orakelhafte Bedeutung für das künftige Wetter zugeschrieben wird. Der Begriff leitet sich vom altdeutschen Wort „Losen“ ab, was so viel wie „vorhersagen“ oder „entscheiden“ bedeutet.

Wie verlässlich ist die Bauernregel zum Magnustag am 6. September?

Die Regel besitzt einen echten meteorologischen Kern. Da Großwetterlagen Anfang September oft sehr stabil sind, führt ein sonniger und trockener Magnustag statistisch gesehen in etwa 60 Prozent der Fälle zu einem überdurchschnittlich schnellen und beständigen Altweibersommer.

Warum beziehen sich so viele Bauernregeln auf Heilige?

Vor der Einführung moderner Kalender und Messgeräte waren Heiligen- und Festtage im Jahreslauf der ländlichen Bevölkerung die festesten Bezugspunkte. Die Verknüpfung von Beobachtungen mit Namen wie Ägidius, Rosalia oder Magnus erleichterte das Einprägen und Weitergeben von Erfahrungswissen über Generationen hinweg.

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