Kommentar: „Schifoan is des Leiwaundste“

Gleichzeitig ist sie aber auch die Gefährlichste: Rund 30.000 Menschen verletzen sich auf Österreichs Bergen jedes Jahr beim Skifahren und Snowboarden – fast so viele wie im Straßenverkehr.

Ein erfreutes „Hoppala“

Es passiert also schon in einem „normalen“ Winter oft genug, dass sich jemand à la Reinhard Fendrich „zwanglos von an Schi befreit“. Aufgrund der Reisebeschränkungen wird es vorerst keine ausländischen Wintersport-Gäste geben. Ein Umstand, den viele Österreicher nutzen werden, die sonst überfüllten Pisten, herunterzuwedeln. Interessant ist nämlich, dass sich zwar 3,2 Millionen Österreicher als „Skifahrer“ bezeichnen, aber nur etwa die Hälfte im letzten Jahr aucht tätsächlich auf Skiern gestanden ist. Daraus ergibt sich das Problem, dass sich auch viele Menschen wieder die Bretter anschnallen, die in den letzten Jahren den Skisport passiv vor dem Fernseher verfolgten. Durch die Ski-Abstinenz steigt auch das Verletzungsrisiko enorm an. Ob es in Zeiten einer Pandemie, wo die Intensivbetten ohnehin Mangelware sind, notwendig ist, seine Liebe für den Skisport wiederzuentdecken, ist fraglich. Denn bei einem Sturz mit 120 km/h, wird es dem Betroffenen wohl kein „erfreutes Hoppala“ entlocken, sondern einen Besuch im Krankenhaus. Jetzt kann natürlich wieder die oft strapazierte Eigenverantwortung ins Treffen geführt werden. Wie gut das klappt, können Sie übrigens an den Infektionszahlen vor dem Lockdown ablesen. Oder, um bei Reinhard Fendrich zu bleiben: „Es lebe der Sport, er ist gesund und macht uns hort“ – zumindest in der Theorie.

Autor: Patrick Deutsch, 11.12.2020