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Insolvenz Symbolbild mit Aktenregister – ADA Möbelhersteller insolvent in Österreich
Der Möbelhersteller ADA aus der Steiermark hat ein Sanierungsverfahren gestartet. Alt-Text:
Der Möbelhersteller ADA aus der Steiermark hat ein Sanierungsverfahren gestartet. Alt-Text:
Zerbor / iStock

ADA insolvent: Steirischer Möbelhersteller schlittert in Millionenpleite

24.03.2026 um 12:05, Stefanie Hermann
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ADA ist insolvent. Über zwei Gesellschaften wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. 172 Mitarbeiter bangen, die Schulden betragen rund 30 Millionen Euro.

Der steirische Möbelhersteller ADA ist insolvent. Über die ADA Möbelfabrik GmbH und die ADA Möbelwerke Holding AG wurde am 24. März 2026 am Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind rund 172 Mitarbeiter, die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro. Ziel ist die Fortführung des Unternehmens in reduzierter Form.

30 Millionen Euro Schulden: Aktiva deutlich geringer

Die wirtschaftliche Lage von ADA zeigt ein klares Ungleichgewicht. Den Schulden von rund 30 Millionen Euro stehen lediglich etwa 4,9 Millionen Euro Aktiva gegenüber.

Die ADA Möbelwerke Holding AG weist Verbindlichkeiten von 18,84 Millionen Euro bei Aktiva von rund 2,1 Millionen Euro auf. Die ADA Möbelfabrik GmbH ist mit 11,17 Millionen Euro verschuldet, bei Aktiva von rund 2,8 Millionen Euro. Insgesamt sind mehr als 230 Gläubiger betroffen.

172 ADA-Beschäftigte betroffen: Region reagiert alarmiert

Von der ADA-Insolvenz sind 96 Mitarbeiter in der Holding und 76 in der Möbelfabrik betroffen. Damit trifft die Entwicklung einen zentralen Arbeitgeber in der Oststeiermark.

Bürgermeister Hannes Grabner spricht von einer „richtigen Hiobsbotschaft“ und verweist auf die Bedeutung von ADA für die Region und den Arbeitsmarkt.

Nachfrageeinbruch belastet Möbelbranche

Als Hauptursache nennt das Unternehmen die anhaltend schwache Entwicklung der Möbelbranche. „Die negative Marktentwicklung erfasste die gesamte europäische Möbelbranche und führte zu anhaltender Konsumzurückhaltung“, heißt es in der Begründung des KSV1870.

Im ersten Quartal 2026 sind die Bestellungen um rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Gleichzeitig konnten notwendige Preisanpassungen gegenüber Großkunden nicht durchgesetzt werden.

Sanierung von ADA: 20-Prozent-Quote geplant

Beide Gesellschaften streben eine Sanierung von ADA mit Fortbetrieb an. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren, angeboten.

Die Finanzierung soll aus der laufenden operativen Tätigkeit sowie aus der Verwertung von Vermögenswerten erfolgen. Zusätzlich wird nach Investoren für ADA gesucht, um den Fortbestand abzusichern.

Insolvenzverwalter prüfen Fortführung von ADA

Die Entscheidung über die weitere Entwicklung der ADA Insolvenz liegt nun bei den bestellten Insolvenzverwaltern. Sie prüfen, ob die Sanierungspläne umsetzbar sind. „Der Insolvenzverwalter wird prüfen, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt“, erklärt Julia Liszt vom KSV1870.

Fristen im Insolvenzverfahren: Entscheidung fällt im Juni

Gläubiger haben bis Ende April Zeit, ihre Forderungen im Insolvenzverfahren anzumelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzungen finden im Mai statt, die entscheidenden Sanierungsplantagsatzungen sind für Juni angesetzt. Die Entscheidung über die Zukunft von ADA soll damit in den kommenden Monaten fallen.

ADA insolvent: Zukunft hängt von Investoren ab

Ob die Sanierung von ADA gelingt, hängt nun von der Finanzierung, möglichen Investoren und der weiteren Marktentwicklung ab. Für Beschäftigte und Region bleibt die Lage vorerst offen.

Quellen und weiterführende Informationen

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