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Sonnenorchester bringt neue Klangerlebnisse nach Salzburg
Das Sonnenorchester gibt am 25. und 26. August vier Konzerte in Salzburg.
Das Sonnenorchester gibt am 25. und 26. August vier Konzerte in Salzburg.
Leo Gloser

Konzerte im Dunkeln: Salzburg hört jetzt anders

12.08.2026 um 12:16, Yunus Emre Kurt
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Musik hören, ohne etwas zu sehen: Das Sonnenorchester lädt in Salzburg zu vier besonderen Konzerten mit zwei Uraufführungen und einer Premiere.

Wenn das Licht ausgeht, soll die Musik umso stärker wirken: Das Sonnenorchester Salzburg lädt am 25. und 26. August zu vier außergewöhnlichen Sommerkonzerten. Zwei davon werden zu einer besonderen Premiere, Publikum und Ensemble erleben die Aufführungen vollständig im Dunkeln.

Auch musikalisch rückt Salzburg ins Zentrum. Unter der künstlerischen Leitung von Gründer und Obmann Hossam Mahmoud spielt das Ensemble ausschließlich Werke mit Bezug zur Mozartstadt. Neben bekannten Kompositionen stehen gleich zwei Uraufführungen auf dem Programm.

Konzerte finden erstmals im Dunkeln statt

Die Vormittagskonzerte um 11 Uhr werden erstmals als „Concert in the Dark“ veranstaltet. Das Publikum erhält Augenmasken und erlebt die gesamte Aufführung ohne visuelle Eindrücke. Dadurch sollen Klänge, Stimmen, Atem und die besondere Akustik der Kirchen intensiver wahrgenommen werden.

Der ungewöhnliche Rahmen hat gleichzeitig einen direkten Bezug zum Sonnenorchester. Die blinden und sehbehinderten Musikerinnen und Musiker orientieren sich beim Zusammenspiel besonders intensiv über ihr Gehör und ihre gegenseitige musikalische Aufmerksamkeit. Sichtbare Zeichen oder ein Dirigent sind dafür nicht notwendig.

Dieses Orchester braucht keine sichtbaren Zeichen

Gegründet wurde das Sonnenorchester 2019 von Komponist Hossam Mahmoud. Das Ensemble vereint professionelle blinde und sehbehinderte Musikerinnen und Musiker. Im Vordergrund soll dabei nicht die Beeinträchtigung, sondern die künstlerische Leistung stehen.

Das Zusammenspiel funktioniert über besonders genaues Zuhören, Atmung und musikalische Kommunikation. „Unsere Musiker:innen hören besonders intensiv aufeinander und schaffen dadurch eine Nähe, die unmittelbar beim Publikum ankommt“, beschreibt Mahmoud die Arbeitsweise des Ensembles.

Gleichzeitig versteht sich das Projekt als Beispiel für gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung. Musik wird dabei zum gemeinsamen Raum, in dem unterschiedliche Voraussetzungen keine Barriere für professionelle künstlerische Arbeit darstellen.

Zwei neue Musiker verstärken das Ensemble

Bei den Sommerkonzerten 2026 gibt es auch personelle Premieren. Erstmals tritt die international bekannte blinde Sopranistin Gerlinde Sämann mit dem Sonnenorchester auf. Ihr Repertoire reicht von jahrhundertealter Musik bis zu Werken des 20. Jahrhunderts.

Ebenfalls neu dabei ist der blind geborene Organist Johannes G. Gierlichs. Seine musikalische Ausbildung begann bereits im Kleinkindalter, mit fünf Jahren spielte er erstmals Orgel. In Salzburg wird er nun in zwei Kirchen mit sehr unterschiedlicher Akustik zu hören sein.

Zwei neue Werke feiern ihre Premiere

Neben Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert präsentiert das Ensemble zwei Kompositionen, die eigens für das Sonnenorchester entstanden sind. Am 25. August wird Norbert Sterks neues Werk „Dunkelheit“ erstmals öffentlich aufgeführt.

Einen Tag später folgt eine weitere Uraufführung von Rupert Huber. Der Komponist, Dirigent und Performance-Künstler arbeitete bereits mit renommierten Ensembles und war unter anderem bei den Salzburger Festspielen, Wien Modern und der Biennale Venedig tätig.

Beide neuen Werke stellen das bewusste Hören in den Mittelpunkt. Damit greifen sie zugleich die besondere Arbeitsweise des Sonnenorchesters und die Idee der Konzerte im Dunkeln auf.

Termine und Karten im Überblick

Am Dienstag, 25. August, gastiert das Sonnenorchester in der Pfarrkirche St. Paul in der Eduard-Herget-Straße 5. Das „Concert in the Dark“ beginnt um 11 Uhr, das Abendkonzert um 20 Uhr. An diesem Tag steht auch die Uraufführung von Norbert Sterks „Dunkelheit“ auf dem Programm.

Am Mittwoch, 26. August, wechselt das Ensemble in die Schlosskirche Mirabell am Mirabellplatz 4. Auch dort gibt es um 11 Uhr ein Konzert im Dunkeln und um 20 Uhr ein Abendkonzert. Dabei wird das neue Werk von Rupert Huber uraufgeführt.

Karten kosten 20 Euro für Erwachsene sowie 10 Euro für Kinder und Schülerinnen und Schüler. Der Vorverkauf erfolgt per E-Mail an salzburg@sonnenorchester.at. Verfügbare Restkarten werden jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn an der Tages- beziehungsweise Abendkasse angeboten.

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