Salzburg: 500 Corona-Tote weniger dank Impfung

Statistiker in Salzburg haben erstmals in Österreich große Datenbestände zusammengefasst, um die Wirkung der Coronaimpfung zu untersuchen.
Autor: Gert Damberger, 09.08.2022 um 14:46 Uhr

Eine Verknüpfung und Analyse relevanter Datenbestände wurde bundesweit gefordert, Salzburg hat sie als erstes Bundesland bereits erfolgreich umgesetzt. Neu an der gemeinsam von Uni und Landesstatistik durchgeführten Analyse ist die Zusammenführung der Daten aus Krankenhäusern, E-Impfpass und epidemiologischem Meldesystem (EMS). Untersuchungszeitraum war die Deltawelle von September bis Jahresende 2021 und die darauf folgende Omikronwelle bis Ende April dieses Jahres.

Altersspezifische Auswertung

„Die Impfung schützt nachweislich vor Infektionen, sie wirkt gegen Hospitalisierung, vor allem für Intensivpatienten. Ungeimpfte über 65-jährige hatten während der Deltawelle ein 4,3-mal höheres Sterberisiko als vollständig Geimpfte“, fasst Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, zusammen. Die Analysen haben gezeigt, dass aus verschiedenen Gründen nur eine altersspezifische Auswertung der Daten inhaltlich sinnvoll ist.

Schutz vor Spital und Intensivstation

Wanda Lauth vom IDA Lab Salzburg und Stefan Senn von der Landesstatistik haben in enger Kooperation die aus mehr als einer Million Einzelsätzen bestehenden Datenbestände analysiert. So wurde etwa die Wahrscheinlichkeit, mit Corona ins Spital zu kommen, zwischen geimpften und ungeimpften Personen verglichen. „Das Risiko einer Hospitalisierung war in der Deltawelle bei Ungeimpften über 65-Jährigen um das 3,5-Fache höher als bei damals mit zwei Dosen vollständig geimpften Personen. In der Omikronwelle war das Risiko um das 2,6-Fache erhöht. Hier galt man mit mindestens drei Dosen als vollständig geimpft“, so Senn. Das Risiko in die Intensivstation aufgenommen zu werden, war während der Deltawelle bei vollständig Geimpften fast sechs Mal niedriger als bei Ungeimpften. Während der Omikronwelle mussten relativ gesehen 5,1-mal weniger vollständig Geimpfte in die Intensivstationen.

4,3-mal höheres Sterberisiko

Die Impfung machte die Corona-Erkrankung auch weniger tödlich. „Ungeimpfte über 65-jährige hatten während der Deltawelle ein 4,3-mal höheres Sterberisiko als vollständig Geimpfte“, so Landesstatistiker Gernot Filipp. Während der Omikronwelle sank dieser Faktor zwar auf das 2,6-Fache, aber zeigt auch hier den Schutz der Impfung deutlich auf. „Insgesamt hat in den betrachteten acht Monaten die Impfung statistisch gesehen etwa 500 Todesfälle in der Altersgruppe 65+ verhindert“, so sein Fazit.