Good news vom Salzburger Arbeitsmarkt

„Das Jahr 2021 war nicht nur von der Corona-Pandemie geprägt, sondern auch von einer starken Erholung der Wirtschaft und der Nachfrage nach Arbeitskräften“, sagte AMS- Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer bei der traditionellen Bilanz-PK von Arbeitsmarktservice, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer. „Die Arbeitslosenquote betrug in Salzburg im Schnitt 5,6 Prozent. Damit belegt unser Bundesland hinter Oberösterreich den zweiten Platz. Zum Vergleich: österreichweit lag die Quote bei 8,0 Prozent.“ Beyer rechnet damit, dass der Erholungstrend anhält und dass Ende 2022 die Arbeitslosenquote wieder das (noch niedrigere) Vorkrisenniveau erreicht haben wird.

Offene Lehrstellen

Schon jetzt besser als 2019: das Angebot an offenen Lehrstellen. Deren Zahl hat sich gegenüber dem Vorkrisenjahr um fast 21 Prozent erhöht. „Ein Jugendlicher kann in Salzburg aus beinahe vier offenen Lehrstellen wählen, wenn man den Tourismusbereich ausklammert, sind es immer noch 2,6 offene Stellen“, freut sich Beyer.

Welche Jobs gefragt sind

Salzburg war eines der ersten Bundesländer, in dem sich der Arbeitsmarkt wieder schnell erholt hat. 8.049 offene Stellen wurden 2021 verzeichnet. Die Top 3-Branchen sind „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (Gebäudereinigung, Hausmeisterdienste, Leiharbeit), „Beherbergung und Gastronomie“ sowie der Handel, der sich, außer im Ausnahmejahr 2020, sehr stabil entwickelt hat.

Fachkräftemangel

„Die Wirtschaft bietet so viele offene Stellen an wie noch nie. Ende Dezember waren beim AMS 11.545 Jobs angeboten, um 219 Prozent mehr als Dezember 2020 und sogar um 77 Prozent mehr als im Hochkonjunkturjahr 2019,“ so WKS-Präsident Peter Buchmüller, der sogar von einem „eklatanten Mangel an Fachkräften“ und einer „Wachtumsbremse“ spricht.

Die Lage im Gastgewerbe

Die zahlreichen offenen Stellen im Tourismus zu besetzen, werde immer schwieriger, betont auch AMS-Chefin Jacqueline Beyer. „Branchenvertreter sprechen davon, dass rund 30 Prozent der Beschäftigten aufgrund der Unsicherheiten den Tourismus verlassen haben. Darum wird das AMS auch 2022 die überregionale Vermittlung mit Wien stark einsetzen“.

Arbeitsmarktreform

Buchmüller wiederum ruft nach einer Arbeitsmarktreform. Es müsse darum gehen, „die Arbeit zu fördern und nicht die Arbeitslosigkeit“. Darunter versteht Buchmüller zum  Beispiel eine „Staffelung des Arbeitslosengeldes mit einer aufkommensneutralen Erhöhung in den ersten drei Monaten und einer Absenkung nach dem dritten und dem sechsten Monat“ sowie die Einschränkung der „geringfügigen Beschäftigung neben dem Bezug an Arbeitslosenunterstützung“.

Autor: Gert Damberger, 26.01.2022