Brand-Alarm: Salzburg prüft Nachtlokale
Inhalt
- Fokus auf Fluchtwege und Materialien
- Hunderte Lokale im Visier
- Ein Jahr Zeit für Überprüfungen
- Prävention statt Reaktion
Nach der verheerenden Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Crans-Montana mit 41 Todesopfern ziehen nun auch die Salzburger Behörden Konsequenzen. Im Bundesland starten umfassende Kontrollen in Nachtlokalen, Bars und Veranstaltungsstätten. Ziel ist es, mögliche Sicherheitsmängel frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Am Montag werden in Saalfelden gleich fünf Betriebe überprüft. Unter den Lokalen befinden sich unter anderem das Kunsthaus Nexus im Pinzgau, das Bahnhofsstüberl sowie der Nachtclub Jasmin. Behördenvertreter nehmen dabei insbesondere Brandschutzmaßnahmen und Fluchtwege unter die Lupe.
Fokus auf Fluchtwege und Materialien
Im Mittelpunkt der Kontrollen stehen zentrale Sicherheitsfragen: Sind Notausgänge ausreichend gekennzeichnet? Sind Fluchtwege frei zugänglich? Entsprechen die verwendeten Baumaterialien den geltenden Brandschutzbestimmungen?
Der stellvertretende Bezirkshauptmann von Zell am See, Andreas Breitfuß, erklärt im ORF-Gespräch: „Besonders geht es uns darum, ob die Fluchtwege, Notausgänge und die Brandschutzbestimmungen generell eingehalten werden.“ Auch Details wie mögliche Schaumstoffdämmungen im Kellerbereich oder der Einsatz feuerhemmender Materialien würden überprüft.
Hunderte Lokale im Visier
Die Maßnahmen beschränken sich nicht nur auf einzelne Orte. In Absprache mit den Gemeinden wurde landesweit eine Liste mit zu überprüfenden Betrieben erstellt. Allein im Pinzgau stehen rund 100 Lokale auf dieser Liste.
Im Pongau sind es etwa 130 Betriebe, in der Stadt Salzburg derzeit rund 30. Besonders im Fokus stehen auch stark frequentierte Après-Ski-Lokale, die gerade in der Wintersaison regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Breitfuß betont jedoch, dass „quer durch die Bank“ kontrolliert werde, unabhängig von Größe oder Bekanntheitsgrad eines Betriebes.
Ein Jahr Zeit für Überprüfungen
Für die umfassende Kontrolle aller gelisteten Betriebe räumt die zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) den Behörden ein Jahr Zeit ein. Bis zum Frühjahr 2027 sollen in sämtlichen Bezirken hunderte Nachtlokale und Veranstaltungsstätten überprüft werden.
Dabei geht es nicht um kurzfristige Symbolpolitik, sondern um eine nachhaltige Sicherheitsüberprüfung. Mängel sollen dokumentiert und, falls notwendig, behoben werden.
Prävention statt Reaktion
Die Behörden betonen, dass es sich um präventive Maßnahmen handelt. Ziel sei es, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, bevor es zu einem Ernstfall kommt. Die Tragödie von Crans-Montana habe gezeigt, wie schnell sich ein Brand in geschlossenen Räumen ausbreiten kann.