Direkt zum Inhalt
Feuerwehr an einem Unfallort.
Rund 40 Menschen, vor allem junge Gäste, kamen bei dem Barbrand ums Leben.
Rund 40 Menschen, vor allem junge Gäste, kamen bei dem Barbrand ums Leben.
iStock.com/Spitzt-Foto

Explosion in Crans-Montana: Neujahrsnacht endet in Horror

02.01.2026 um 08:10, Yunus Emre Kurt
min read
Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana mit rund 40 Toten trauert die Schweiz. Augenzeugen berichten von Panik, Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Inhalt

Der Schock sitzt tief in der Schweiz. Nach der verheerenden Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ im Walliser Ferienort Crans-Montana trauert das ganze Land um rund 40 Todesopfer. Weitere 115 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer. Das Feuer brach in der Silvesternacht gegen 1.30 Uhr aus, mitten in einer Neujahrsfeier, an der vor allem junge Menschen teilnahmen.

Nach Angaben der Behörden befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes zahlreiche Gäste im Alter zwischen 15 und 26 Jahren in der Bar. Viele Familien bangen weiterhin um Gewissheit, denn ein Teil der Opfer konnte bislang noch nicht identifiziert werden.

Augenzeugen berichten von Panik

Mehrere Augenzeugen schilderten dramatische Szenen. Innerhalb weniger Sekunden habe sich das Feuer im Lokal ausgebreitet. „Es gab kein Entkommen. Die Flammen waren plötzlich überall“, berichtete ein Überlebender gegenüber lokalen Medien. Gäste versuchten verzweifelt, sich gegenseitig zu helfen, während dichter Rauch den Raum füllte.

Besonders fatal war laut ersten Erkenntnissen ein sogenannter Flashover. Dabei entzünden sich nahezu alle brennbaren Oberflächen eines Raumes schlagartig. „Ausgehend von einem kleinen Brand kam es zu einer explosionsartigen Ausbreitung der Flammen“, erklärte die Walliser Kantonsregierung in einer Aussendung.

Hinweise auf Pyrotechnik

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Berichte über Wunderkerzen und kleine Tischfeuerwerke auf Champagnerflaschen. Mehrere Zeugen gaben an, solche Pyrotechnik kurz vor dem Brandausbruch gesehen zu haben. Ein vom französischen Sender BFM auf der Plattform X veröffentlichtes Foto soll den Moment zeigen, in dem erste Flammen an der Decke sichtbar werden.

Die zuständige Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, mahnte jedoch zur Zurückhaltung. „Die Ermittlungen laufen, derzeit können keine bestätigten Angaben zur Brandursache gemacht werden“, sagte sie. Experten untersuchen nun die Räumlichkeiten und mögliche technische oder menschliche Fehler.

Politik und Land in tiefer Trauer

Die Anteilnahme ist landesweit enorm. Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich sichtlich betroffen: „Die Schweiz ist traurig, aber sie ist auch vereint im Schmerz. Dies ist eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte unseres Landes.“ Auch der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard rang öffentlich mit den Tränen. „Das Schlimmste ist, dass es junge Menschen sind. Wenn man die Angehörigen trifft – Freunde, Eltern, Geschwister –, dann zerreißt es einem das Herz.“

more