Schiff versenkt: Donau-Drama um ältestes Boot
Am Osterwochenende haben Unbekannte die „MS Ana“, das älteste Passagierschiff auf der Donau, gezielt versenkt. Während das historische Schiff mittlerweile geborgen werden konnte, fehlt von einer dazugehörigen Fähre jede Spur.
Bergung durch die Feuerwehr
Der ungewöhnliche Einsatz begann am Ostermontag, als die MA 45 (Wiener Gewässer) die Feuerwehr alarmierte. Die „MS Ana“ lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf Grund – lediglich die Mastspitze ragte noch aus der Donau. Feuerwehrtaucher mussten Hebetonnen am Rumpf befestigen, um das Wrack wieder schwimmfähig zu machen. Schließlich wurde das Schiff mit einem Kran auf den Treppelweg gehoben und dort gesichert abgestellt.
Kapitän vermutet Fremdeinwirkung: „Kein Loch“
Besitzer und Kapitän Franz Scheriau, der das Wiener Schiffmuseum betreibt, zeigt sich erschüttert. Nach seiner Rückkehr aus dem Osterurlaub fand er sein Boot an Land vor. „Das Schiff habe kein Loch, es könne nicht von selbst gesunken sein“, stellt Scheriau gegenüber dem ORF klar. Er hat bei der Polizei Anzeige erstattet, da er von einem gezielten Sabotageakt ausgeht. Der Wert des historischen Holzschiffs wird auf rund 100.000 Euro beziffert.
Die MS Ana: Ein Stück Donaugeschichte
Die 1894 erbaute „MS Ana“ ist nicht irgendein Boot – sie gilt als das älteste zugelassene Passagierschiff auf der gesamten Donau. Als Teil des schwimmenden Museums, zu dem auch das Hausboot „Frederic Mistral“ gehört, ist sie ein bedeutendes technisches Denkmal. Der Betreiber hatte eigentlich geplant, das für zwölf Personen zugelassene Schiff in nächste Zeit zu verkaufen.
Fahndung nach der vermissten Fähre „Novara“
Neben der mutwilligen Versenkung gibt es ein weiteres Rätsel: Die zum Museum gehörende Fähre „Novara“ ist spurlos verschwunden. Der Kapitän vermutet, dass sie entwendet wurde. Die „Novara“ hat einen geschätzten Wert von etwa 30.000 Euro. Die Polizei bittet nun um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung, um die Täter zu überführen und den Verbleib der Fähre zu klären.