Salzburg: Schon mal von der „Frau im Fels“ gehört?

Unbekannte Kunst, ungewöhnliche Rekorde und unscheinbare Zeitzeugen: Salzburg hält so einige kuriose Geschichten bereit.
Autor: Simone Reitmeier, 17.05.2022 um 15:38 Uhr

Lovestory: It’s a match

Den Mann auf der goldenen Kugel am Kapitelplatz kennt so gut wie jeder in Salzburg. Wussten Sie aber, dass Bildhauer Stephan Balkenhol für das Männlein eine Freundin geschaffen hat? Die „Frau im Fels“ thront in einer Felsnische im Toscaninihof, oberhalb des Eingangs zur Tiefgarage. Treffen werden sich die beiden wohl nie ...

Was zum Henker?

Taufpate des unehelich geborenen Joseph Mohr („Stille Nacht“) war Franz Joseph Wohlmuth – Salzburgs letzter Scharfrichter und Autor des Salzburger Scharfrichter-Tagebuches. In letzterem hielt er seine Exekutionen, Folterungen und Körperstrafen von 1757 bis 1817 fest: 226 Einträge sind darin zu finden. Seinen schlechten Ruf versuchte er durch den Kirchendienst als Pate lediger Kinder aufzubessern. Bei Joseph Mohr ließ er sich schlussendlich aber von einer gewissen Franziska Zachin vertreten.

Zu dicker Panzer

Die Schramme an der Hausfassade von „Das Kino“ in der Steingasse stammt von einem steckengebliebenen Kleinpanzer der US-Soldaten in der Nachkriegszeit. In Salzburg wird seither gemunkelt, dass die Besatzer auf schnellstem Wege in das Freudenhaus „Maison de Plaisier“ wollten – überliefert ist das aber natürlich nicht.

Die Panzer-Schramme bei "Das Kino" | Credit: Simone Reitmeier

Luxus-Badehütte

Am Bezirksgericht Thalgau wurde am 1. Dezember 2020 eine baufällige, zwölf Quadratmeter große Badehütte auf Holzpfählen am Wolfgangsee für sage und schreibe 755.000,– Euro von einem Rumänin ersteigert. An der Versteigerung beteiligten sich angeblich zwölf Bieter.

„Königsgäßchen“: Wer wohnte hier?

Herrscher residierten in dem kleinen „Königsgäßchen" nahe der Linzergasse keine, ganz im Gegenteil. Hier lebten früher die sogenannten „Nachtkönige“, deren Aufgabe es war, die stinkenden Jauchegruben Salzburgs zu säubern.

Das "Königsgäßchen" am rechten Altstadtviertel | Credit: Simone Reitmeier

In Schneckentempo durch die Stadt

Bevor die Motorisierung auch in Salzburg Fahrt aufnahm, durfte man um 1900 durch das Sigmundstor lediglich 6 km/h fahren.

Bier-Hauptstadt

Salzburg hat österreichweit die größte Brauerei-Dichte und mit dem Augustiner Bräustübl die größte Biergaststätte des Landes.

Müllner Bräu | Credit: Augustiner Bräu

Musikalischer Rekordhalter

Der Salzburger Dirigent Herbert von Karajan († 1989) hält mit über 800 Aufnahmen bis heute den Weltrekord als produktivster Dirigent. Mehr Salzburg-Rekord finden Sie hier.

 

Dürfen wir vorstellen?

Im Salzburger Dom tragen sogar die Glocken Namen. Sie heißen Barbara, Leonhard, Virgil, Josef, Maria, Rupertus und Salvator.

Salzburger Dom | Credit: Salzburgerland Tourismus/Patrick Langwallner