100 Jahre durch die Zeit
Die Geschichte des Salzburg Airport W.A. Mozart spiegelt ein Jahrhundert erfolgreicher Luftfahrt, Tourismus und Wirtschaft wider, dennoch gab es immer wieder auch Konflikte um Lärm, Umwelt und Standortfragen. Für das touristisch geprägte Bundesland ist der Flughafen zugleich ein zentraler Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor, der weit über das Flughafengelände hinaus Wertschöpfung sichert.
Die Anfänge reichen in die 1920er Jahre zurück
1926 wurde auf dem Exerzierfeld in Maxglan der städtische Flugplatz Salzburg-Maxglan eröffnet, eine simple Graslandebahn, eine umgebaute Bauhütte als Abfertigungsgebäude und erste Linienflüge etwa nach München – mehr brauchte es damals nicht, um Salzburg an den jungen europäischen Luftverkehr anzuschließen. Schon in den späten 1920er Jahren verbanden Airlines Salzburg mit Wien, Innsbruck oder Zürich und machten den kleinen Platz zu einem wichtigen regionalen Knoten.
In den 1930er-Jahren entwickelte sich Salzburg zu einem bedeutenden Knoten im Inlands- und Südosteuropaverkehr. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Flugplatz militärisch ausgebaut und im Zweiten Weltkrieg als Luftwaffenstützpunkt genutzt. Gegen Kriegsende waren hier sogar ME262 stationiert – die ersten Strahljäger, Wegbereiter der zivilen Jetluftfahrt. 1945 übernahm die US-Armee den weitgehend unzerstörten Flugplatz und nutzte ihn als Teil ihres europäischen Versorgungsnetzes.
Staatsvertrag 1955 und Neustart der zivilen Luftfahrt
Der Flughafen wurde zur Salzburg Flughafenbetriebsgesellschaft umgewandelt, 1958 bis 1960 folgte der entscheidende Modernisierungsschub. Eine neue Betonpiste, ein zeitgemäßes Terminal, Tower, Zoll und Gastronomie bildeten damals die Infrastruktur des neuen Flughafens. Mit der Landung einer Vickers Viscount der jungen Austrian Airlines 1960 hielt das Turboprop- und kurz darauf das Jetzeitalter in Salzburg Einzug.
Ab den 1960er-Jahren stieg der Flughafen zum „Tor in die Alpen“ auf, denn Charter- und Linienverkehr boomten und besonders der Winter-Skitourismus mit tausenden Urlaubern aus Großbritannien, Skandinavien und Deutschland, die über den Flughafen in die Skiregionen anreisten, machten Salzburg zu einem Hotspot für internationales Klientel. Gleichzeitig wuchsen die Konflikte: Lärmdebatten, Nachtflugdiskussionen, Verfahren und Standortalternativen prägten die 1970er- und 1980er-Jahre. Die Piste wurde verlängert, eine moderne Flugsicherung installiert, das Terminal erweitert – und der Flughafen entwickelte sich zu einem professionellen Regionalhub.
1990 – der Umwelt verpflichtet
Ab den 1990er-Jahren gewann der Umweltgedanke an Gewicht, als einer der ersten Regionalflughäfen im deutschsprachigen Raum wurden die Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001 eingeführt, man untersuchte Fauna und Flora am Gelände, sparte Energie, baute Photovoltaikanlagen und wurde mehrfach für das eigene Umweltmanagement ausgezeichnet. Mit Hangar 7 entstand 2003 ein architektonisches Aushängeschild, Terminal 2 wurde als Winterterminal für das verstärkte Verkehrsaufkommen in der Wintersaison und als Eventlocation errichtet. Ein Umweltbeirat und später ein BürgerInnenbeirat schufen Plattformen, mit deren Hilfe Anrainer, Behörden, Austro Control und Flughafen gemeinsam Lösungen suchten.
Pandemie und bauen für die Zukunft
Langsam verloren klassische Ski-Charter an Bedeutung, Linien- und Cityverbindungen – etwa mit Ryanair, easyJet, später Eurowings und Turkish Airlines – gewannen zunehmend an Bedeutung. 2017 wurde Salzburg zur Eurowings-Basis und der Flughafen verstärkte seine Rolle im europäischen Netzwerk, der Fokus wurde darauf gelegt, internationale Reisende zu gewinnen. Ein technischer Meilenstein war 2019 die Generalsanierung der Start- und Landebahn in nur fünf Wochen.
Kurz darauf folgte der tiefste Einschnitt der jüngeren Geschichte – die COVID-19-Pandemie legte 2020 den Luftverkehr weitgehend lahm. Der Flughafen sicherte in einem Notbetrieb seine Funktion für Rückhol- und Rettungsflüge, richtete ein Test- und Impfzentrum ein und nutzte das Vorfeld vorübergehend als Autokino- und Veranstaltungsfläche – ein Stück Normalität in einer Ausnahmezeit. Ab 2022 setzte eine deutliche Erholung ein und mit Verbindungen unter anderem nach Frankfurt, Istanbul, Dubai, Amsterdam, London, Paris, Belgrad und zahlreichen Urlaubszielen im Mittelmeerraum ist Salzburg heute wieder fest in die globalen Netzwerke eingebunden.
Parallel dazu treibt der Airport sein Ziel „ZERO CO₂ 2040“ voran: Elektrifizierte Fahrzeuge, zusätzliche Photovoltaik, eine umfassende PFAS-Sanierung und ein konsequentes Umweltmanagement unterstreichen den Anspruch als Vorreiter.
Projekt Terminal NEU
Die nächste große Etappe ist bereits eingeleitet, bis etwa 2033 soll die Terminalinfrastruktur grundlegend erneuert werden. Das bestehende, in den 1960er-Jahren entstandene Basisgebäude wird durch eine moderne, effiziente und nachhaltige Terminallandschaft ersetzt, die Komfort, Sicherheit und Umweltstandards auf den neuesten Stand bringt und den Flughafen fit für die nächsten Jahrzehnte macht.
Wenn der Salzburg Airport W.A. Mozart am 20. Juni dieses Jahres sein hundertjähriges Bestehen mit einem großen Flughafenfest feiert, blickt er auf einen bemerkenswerten Weg zurück – einer Entwicklung vom einfachen Grasfeld mit Holzbaracke zum digitalisierten, umweltbewussten Regionalflughafen mit internationaler Strahlkraft.
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