Tageseltern in Salzburg: Hilfswerk übernimmt TEZ-Personal
- Angehörigenhilfe stark gefragt
- Ferienbetreuung in Salzburg tageweise buchbar
- Hilfswerk nimmt Tageseltern auf
- Pflege: Forderung nach Finanzierung
Das Hilfswerk Salzburg hat bei seiner Jahrespressekonferenz eine umfangreiche Bilanz über Pflege, Betreuung und Kinderangebote im Bundesland präsentiert. Im Mittelpunkt standen steigende Anforderungen im Pflegebereich sowie der Ausbau bestehender Angebote.
Eigenen Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr insgesamt 7.838 Senioren betreut. In der Hauskrankenpflege und Haushaltshilfe leisteten Mitarbeiter rund 487.000 Stunden. Auch ergänzende Angebote wurden stark genutzt. So wurden bei „Essen auf Rädern“ mehr als 126.000 Portionen ausgeliefert. Gleichzeitig wird das Netz an Senioren-Tageszentren weiter ausgebaut. „Aktuell haben 96 von 119 Gemeinden Zugang zu Senioren-Tageszentren, Gespräche für weitere Einrichtungen laufen“, erklärt Geschäftsleiter Hermann Hagleitner.
Angehörigenhilfe stark gefragt
Der sogenannte Angehörigenentlastungsdienst sei 2025 besonders stark nachgefragt worden. Knapp 10.000 Betreuungsstunden bei 65 Familien würden den steigenden Bedarf deutlich machen. Ziel sei, Pflege zuhause langfristig besser organisieren zu können. Hilfswerk-Präsident Christian Struber betont: „Wer diese Angebote selbst erlebt hat, weiß den Wert sehr zu schätzen, sowohl Angehörige als auch Betroffene. Ein kostenloser Kennenlerntag in einem Senioren-Tageszentrum ist z.B. auf Anfrage gerne möglich.“
Ferienbetreuung in Salzburg tageweise buchbar
Auch im Bereich Kinderbetreuung und Jugendarbeit meldet das Hilfswerk hohe Zahlen. Mehr als 1.100 Kinder sowie über 1.600 Jugendliche wurden laut Organisation erreicht. Neu ausgebaut wurden unter anderem die „Action Days“ in der Ferienbetreuung, das Angebot könne auch tageweise gebucht werden.
Hilfswerk nimmt Tageseltern auf
Vor kurzem wurde bekannt, dass das Tageselternzentrum (TEZ) Insolvenz anmelden muss. Davon betroffen sind nicht nur 500 Kinder, die nun keine Betreuung haben, sondern auch viele Mitarbeiter, die dort beschäftigt waren. Das Hilfswerk kündigte eine schnelle und unbürokratische Lösung an, indem es das TEZ-Personal komplett übernehmen wolle. Ein Wechsel sei ohne Phase der Arbeitslosigkeit möglich, Kindern und Eltern solle das gewohnte Umfeld erhalten bleiben.
Pflege: Forderung nach Finanzierung
Salzburgweit herrscht im Sozial- und Pflegebereich nach wie vor Personalmangel, das Hilfswerk setzt deshalb verstärkt auf neue Ausbildungswege und Quereinsteiger. Wer beispielsweise feststellt, dass einem die Tätigkeit in der Pflege oder als Tagesmutter beziehungsweise Tagesvater gefällt, kann mit einer Zusatzausbildung quer in den Beruf einsteigen.
Kritik hagelt es bei der Finanzierung der Pflegelehre. Sie sei derzeit die einzige Ausbildung im Pflege- und Betreuungssystem, die nicht von der öffentlichen Hand finanziert werde. Zusätzlich fordert die Organisation ein berufsbegleitendes Ausbildungsmodell für die Pflegefachassistenz, um mehr Menschen den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen.