Wahlen in Oberösterreich: Alles beim Alten

ÖVP als Sieger der Landtagswahlen

Kurz nach 16 Uhr stand der alte/neue Wahlsieger in Oberösterreich fest. Die ÖVP unter Landeshauptmann Thomas Stelzer konnte Platz 1 bei den Landtagswahlen behaupten und sogar leicht dazugewinnen. Dahinter haben sich lange die FPÖ und die SPÖ um Platz 2 gematcht. Derzeit sieht es so aus, als ob die Blauen - trotz starken Verlusten von über 10 Prozent - den Platz hinter der ÖVP halten können. 

Auf Platz 4 haben es sich die Grünen mit rund 12 Prozent gemütlich gemacht. Dahinter findet sich die Sensation des Abends, die MFG. Die erst im Februar gegründete Partei konnte auf Anhieb rund 6 Prozent der Stimmen erringen und ist damit fix im nächsten Landtag vertreten. Die NEOS müssen noch um ihren Einzug zittern, da sie mit rund 4,1 Prozent nur hauchdünn über der Hürde von 4 Prozent liegen. Klarheit wird erst das Endergebnis inklusive Wahlkarten bringen.

A propos Wahlkarten. Heuer wurden mit mehr als 214.000 mehr als doppelt so viele ausgegeben wie noch 2015. Die derzeitigen Hochrechnungen beinhalten jedoch bereits eine Wahlkartenprognose.

Gemeinderat und Bürgermeister

Auch die Gemeinderatswahlen haben nicht wirklich große Umwälzungen gebracht. Die drei Statutarstädte Linz, Wels und Steyr bleiben in den jeweiligen Händen. In Linz konnte die SPÖ unter Klaus Luger ihren Vorsprung leicht ausbauen. Aus derzeitiger Sicht muss der Stadtchef in der Direktwahl aber erneut in eine Stichwahl gegen Mitbewerber Bernhard Baier (ÖVP). 

In Wels bleibt Andreas Rabl (FPÖ) vorne und kann sogar 3 Prozent zulegen - entgegen dem landesweiten Trend. Und in Steyr baut die SPÖ ihren Vorsprung aus und stellt mit Markus Vogl wohl zukünftig den Stadtchef. Vogl übernimmt von Langzeitbürgermeister Gerald Hackl (SPÖ), der sich zurückzieht.

Sonstige Beobachtungen und ein Blick zu den Nachbarn

Die Wahlbeteiligung ist mit rund 76 Prozent erneut gesunken (2015: rund 81 Prozent). Endgültige Zahlen gibt es aber erst nach Auszählung der Wahlkarten. 

Ein spannender Wahlgang hat auch in der Steiermark stattgefunden. Bei der Gemeinderatswahl in Graz kam es zum Knalleffekt, die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl verlor über 12 Prozent und damit Platz 1. Der geht an die KPÖ unter Spitzenkandidatin Elke Kahr (28,9 Prozent). Graz könnte damit nach 18 Jahren Nagl eine neue Bürgermeisterin bekommen. Elke Kahr hat in einem ersten Statement bereits den Anspruch angemeldet und könnte dank einer linken Mehrheit aus SPÖ, Grünen und eben ihrer KPÖ tatsächlich Bürgermeisterin werden. Die Wahlbeteiligung war in Graz sehr gering und betrug nur rund 54 Prozent.

Bürgermeister Siegfried Nagl hat aus seiner Niederlage bereits Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Der zweitgrößten Stadt Österreichs stehen spannende Zeiten bevor.

 

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.09.2021