Wahlabend in Oberösterreich: Die Ereignisse

Ambivalentes Wels (19:35 Uhr)

Wels ist für Politforscher wohl ein schweres Pflaster. Denn dort hat es heute eine kleine Überraschung gegeben. Während bei den Gemeinderatswahlen in der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs die FPÖ mit Bürgermeister Andreas Rabl zulegen konnte (+ 3% auf rund 46 Prozent) und erneut den Bürgermeister stellen wird, stellt sich das Bild bei den Landtagswahlen anders dar.

Beim Ergebnis der Landtagswahlen dreht die ÖVP nämlich Wels und liegt mit 29,67 Prozent vorne. Dahinter die FPÖ mit 26,42 Prozent und einem satten Minus von über 8 Prozent. Dies zeigt eindrucksvoll, dass die Wähler bei ein und demselben Wahlgang sehr wohl zwischen Kommunalpolitik und Regionalpolitik unterscheiden.  

Wels bleibt Blau, Steyr Rot (Stand: 19:20 Uhr)

Laut ersten Ergebnissen der Gemeinderatswahlen aus der zweitgrößten und drittgrößten Stadt in Oberösterreich bleibt dort alles beim Alten.

In Wels gewinnt die regierende FPÖ dazu und Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) bleibt damit im Amt.

Auch in Steyr gewinnt die Bürgermeisterpartei, in dem Fall die SPÖ. Trotzdem kommt es zur Ablöse von Langzeitbürgermeister Gerald Hackl. Er zieht sich zurück und überlasst die Spitzenposition seinem derzeitigen Vize - Markus Vogl.

Erste Ergebnisse aus Linz (19:15 Uhr, Quelle: Stadt Linz, 41,6 Prozent Auszählungsgrad)

SPÖ: 34,6 Prozent (+ 2,6%)
FPÖ: 14,2 Prozent (- 10,7%)
Grüne: 16 Prozent (+ 1,2%)
NEOS: 4,6 Prozent (- 0,3%)
KPÖ: 3,4 Prozent (+ 1%)
MFG: 4 Prozent
Sonstige: 4,7 Prozent

Aus derzeitiger Sicht muss Bürgermeister Klaus Luger in eine Stichwahl gegen seinen Mitbewerber Bernhard Baier (ÖVP).

Landtagswahl Oberösterreich - ein Sieger, drei Optionen (19:10 Uhr)

Knapp zwei Drittel aller Stimmen sind ausgezählt und die ÖVP unter Landeshauptmann Thomas Stelzer ist klar auf Platz 1. Rein rechnerisch gehen sich derzeit drei Regierungskoalitionen aus. So kann Stelzer mit der FPÖ, der SPÖ und den Grünen regieren. Beobachter halten die Variante mit der SPÖ für sehr unwahrscheinlich, bleiben noch die FPÖ unter Manfred Haimbuchner und die Grünen unter Stefan Kaineder.

Die stabilste Mehrheit hätte aus derzeitiger Sicht die Fortführung von Schwarz/Blau. Mit den Grünen als Junior Partner wäre die Mehrheit eher dünn. Stelzer selbst wollte sich in einem ersten Statement nicht auf einen Koalitionspartner festlegen. Er möchte sich alle Optionen offenhalten. Bei den Juniorpartnern hat vor allem Stefan Kaineder mit den Grünen die Bereitschaft signalisiert mitregieren zu wollen.

Die aktuelle Hochrechnung für OÖ - mehr als 50 Prozent der Stimmen sind ausgezählt! (Stand: 18:30 Uhr, Quelle SORA/ORF):

  • ÖVP: 37,8 Prozent
  • FPÖ: 19,7 Prozent
  • SPÖ: 18,6 Prozent
  • Grüne: 12,2 Prozent
  • NEOS: 4,1 Prozent
  • MFG: 6,3 Prozent
  • Sonstige: 1,3 Prozent

Bei einer Schwankungsbreite von rund 1 Prozent und einem Auszählungsgrad von knapp 60 Prozent können die NEOS noch immer nicht fix mit dem Landtagseinzug rechnen. ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und MFG sind bereits fix im nächsten Landtag im Linzer Landhaus vertreten. Auch Platz 2 für die SPÖ dürfte aus jetziger Sicht nicht mehr zu erreichen sein. Ein Faktor könnten aber auch die über 214.000 ausgegebenen Wahlkarten sein. Das sind mehr als doppelt so viele Wahlkarten wie noch 2015.

Die Ergebnisse aus den großen Städten in Oberösterreich lassen noch immer auf sich warten.

Corona-Kritiker als Wahlsieger - wer ist die MFG? (18:06 Uhr)

Eine Partei hat heute bei den Landtagswahlen in Oberösterreich für Furore gesorgt. Die MFG (Menschen, Freiheit, Grundrechte) hat sich erst im Februar 2021 gegründet und gilt als scharfer Kritiker der Corona-Maßnahmen des Bundes. Auf Anhieb hat die Partei heute fix den Einzug in den oberösterreichischen Landtag geschafft und hält aktuell bei etwas über 6 Prozent, noch vor den etablierten NEOS.

Oberösterreich Spitzenkandidat Joachim Aigner sieht seine Partei als großen Kritiker der aktuellen Corona-Maßnahmen, möchte aber auch mit anderen Themen punkten. Das Erfolgsrezept seiner Partei sieht er in der breiten Bewegung und darin, dass es Bürger aus der Gesellschaft seien. Laut eigener Aussage steht kein großer Geldgeber hinter seiner Partei und man habe mit über 100 Wahlkampfveranstaltungen bewiesen, dass man unbedingt in den Landtag möchte. Aktuell scheint dies mit drei Mandaten geglückt.

Vom großen Erfolg der Partei überrascht sein, dürfte auch deren Webserver. Der ist aktuell nämlich zusammengebrochen. Die Homepage der MFG ist nicht erreichbar.

Die neueste Hochrechnung (Landtagswahl OÖ, Stand: 26.09.2021, 17:35 Uhr, Quelle: ORF/SORA)

ÖVP: 37,7 Prozent
FPÖ: 19,6 Prozent
SPÖ: 18,7 Prozent
Grüne: 12 Prozent
NEOS: 4,2 Prozent
MFG: 6,4 Prozent
Sonstige: 1,4 Prozent

Die NEOS haben es mit einer Schwankungsbreite von 1,6 Prozent zwar noch nicht fix in den Landtag geschafft, der Trend geht jedoch klar nach oben. Der Einzug der corona-kritischen Partei MFG ist die Wohl größte Überraschung des heutigen Abends. Die FPÖ und die SPÖ nähern sich immer mehr an, das Rennen um Platz 2 hinter der ÖVP bleibt spannend. 

Ein Blick zu den Nachbarn - Riesenüberraschung in Graz (17:30 Uhr)

Auch in Graz wurde heute ein neuer Gemeinderat gewählt und in der steirischen Landeshauptstadt, immerhin die zweitgrößte Stadt Österreichs, gab es eine gigantische Überraschung. Die KPÖ unter Spitzenkandidatin Elke Kahr könnte dort die Sensation schaffen und Platz 1 erringen. Laut den aktuellen Hochrechnungen ist ihre Partei mit 29 Prozent auf Platz 1, vor der ÖVP mit aktuell 25,6 Prozent. Bei einer Schwankungsbreite von nur mehr 1,4 Prozent dürfte Platz 1 ziemlich sicher sein.

Elke Kahr zeigte sich in einer ersten Reaktion sehr überrascht und hat den Bürgermeistersessel beansprucht. Dementsprechend enttäuscht war Amtsinhaber und Wahlverlierer Siegfried Nagl (ÖVP), er konnte seine Niederlage (ein Minus von rund 12 Prozent) nicht fassen und rang um Worte.

Warten auf die großen Städte - wer wird Linzer Bürgermeister? (17:15 Uhr)

Der Wahlabend in Oberösterreich ist in vollem Gange. Die Ergebnisse der größeren Städte stehen aktuell noch aus. Vor allem Linz könnte mit seinen über 200.000 Einwohnern noch stark ins Geschehen eingreifen. Andere Städte wie Wels und Steyr sind auch noch nicht ausgezählt. Generell tendieren die Wähler in den oberösterreichischen Städte eher zur SPÖ. Das könnte im Rennen um Platz 2 im Landtag zwischen FPÖ und SPÖ noch von Bedeutung sein.

In Linz, traditionell eine SPÖ-Hochburg, wird es heute Abend besonders spannend. Hier wird nämlich der Bürgermeister direkt gewählt und beste Chancen hat SPÖ-Amtsinhaber Klaus Luger. Fraglich ist nur, ob er dafür einen Wahlgang benötigt, oder ob er in eine Stichwahl muss. 

Die aktuellste Hochrechnung (16:55 Uhr) - Die NEOS sind vorerst im Landtag (Quelle: ORF, Schwankungsbreite: 2,0 Prozent)

ÖVP: 37,8 Prozent
FPÖ: 20,0 Prozent
SPÖ: 18,4 Prozent
Grüne: 11,7 Prozent
NEOS: 4,1 Prozent
MFG: 7,0 Prozent
Sonstige: 1,1 Prozent
 

Oberösterreich hat gewählt - ÖVP ist Sieger (Stand 26.09.2021 - 16:50 Uhr)

Die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl bringen ein paar Überraschungen. Keine ist der Sieger der Wahl, die ÖVP gewinnt unter Landeshauptmann Thomas Stelzer und kann dazugewinnen. Das Rennen um Platz 2 hinter der ÖVP ist jedoch noch offen. Derzeit rittern die FPÖ und die SPÖ darum. Die FPÖ hat laut ersten Hochrechnungen rund 10 Prozent eingebüßt und muss um Platz 2 zittern. Den könnte die SPÖ noch erringen.

Dahinter sind die Grünen sicher auf Platz 4 und können leicht dazugewinnen, die NEOS sind laut aktuellen Hochrechnungen sehr knapp im Landtag. Fix mit dabei ist die MFG, eine junge Partei die sehr coronakritisch ist und erst seit Februar 2021 existiert. Auf Anhieb dürfte die Partei den Einzug in den oberösterreichischen Landtag geschafft haben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.09.2021