AK testet Sushi: Nur drei von zehn sind einwandfrei
- Sechs Sushi-Proben mikrobiologisch auffällig
- Eine Probe überschreitet sogar den Warnwert
- Keine Krankheitserreger nachgewiesen
- Lachs schmeckt „fischig und alt“
- Nur drei Sushi-Sets sind einwandfrei
- Bei Sushi zählt jede Hygienemaßnahme
Sushi zum Mitnehmen ist beliebt, doch ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt deutliche Qualitätsprobleme. Sieben von zehn untersuchten Sushi-Sets sind wertgemindert. Nur drei schneiden einwandfrei ab.
Sushi im AK-Test: Das Ergebnis
10 Sushi-Sets getestet
7 davon wertgemindert
6 mit mikrobiologischen Auffälligkeiten
3 insgesamt einwandfrei
0 Proben mit nachgewiesenen Krankheitserregern
Sechs Sushi-Proben mikrobiologisch auffällig
Die AK Oberösterreich hat zehn Sushi-Sets von Anbietern in Linz und Pasching untersucht. Getestet worden sind Nigiri-Boxen sowie Kombinationen aus Nigiri, Maki und California Rolls. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Bei sechs von zehn Proben sind Richtwerte für mindestens einen mikrobiologisch relevanten Parameter überschritten worden. Dazu zählen Enterobakterien, die Gesamtkeimzahl und Hefen.
Eine Probe überschreitet sogar den Warnwert
Bei einem Sushi-Set ist der Warnwert für Enterobakterien überschritten worden. Die AK spricht von einem „schweren mikrobiologischen Mangel“. Der Befund weist auf Schwächen bei Hygiene oder Herstellung hin. Grundlage für die Bewertung sind die Richtwerte und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.
Keine Krankheitserreger nachgewiesen
Trotz der auffälligen Ergebnisse gibt es auch eine wichtige Entwarnung: Krankheitserregende Keime sind in keiner der zehn Proben nachgewiesen worden. Auch Parasiten wie Fadenwürmer haben die Tester nicht gefunden. Die Einstufung als „wertgemindert“ bedeutet daher nicht, dass die betroffenen Sushi-Sets mit Krankheitserregern belastet sind.
Was bedeutet „wertgemindert“?
Wertgemindert bedeutet nicht automatisch gesundheitsschädlich. In die Beurteilung fließen mikrobiologische Auffälligkeiten sowie Mängel bei Geruch, Geschmack oder Konsistenz ein. Krankheitserregende Keime sind bei den zehn untersuchten Sushi-Sets nicht nachgewiesen worden.
Lachs schmeckt „fischig und alt“
Probleme gibt es auch bei Geruch, Geschmack und Konsistenz. Sieben Produkte fallen bei der sensorischen Untersuchung auf. Bei drei Sushi-Sets stellen die Tester leichtere Abweichungen fest. Zweimal entsprechen Geruch und Geschmack von Lachs beziehungsweise Reis nicht vollständig den Erwartungen. Bei einer weiteren Probe fällt der Lachs durch seine schleimige Konsistenz auf.
Deutlicher sind die Mängel bei vier weiteren Produkten. Hier sorgt vor allem der Lachs für Kritik. Bei der Untersuchung wird er als „fischig und alt“ beschrieben.
Nur drei Sushi-Sets sind einwandfrei
Unterm Strich erreichen nur drei der zehn getesteten Sushi-Sets ein einwandfreies Gesamtergebnis. Besonders gut schneiden Eat Happy und Taste Kitchen ab. Der Preis bietet dabei offenbar keine verlässliche Orientierung: Die untersuchten Produkte kosten zwischen 2,56 und 6,17 Euro pro 100 Gramm, ein klarer Zusammenhang zwischen Preis und Qualität ist nicht erkennbar.
Bei Sushi zählt jede Hygienemaßnahme
Sushi stellt wegen seiner rohen und leicht verderblichen Zutaten hohe Anforderungen an Hygiene, Herstellung und Lagerung. Hier zeigt der AK-Test bei einem Großteil der untersuchten Produkte Schwächen. Für Konsumenten bleibt vor allem ein Ergebnis hängen: Sieben von zehn Sushi-Sets sind wertgemindert, nur drei überzeugen ohne Beanstandung.
Quellen zum Sushi-Test
Arbeiterkammer Oberösterreich: Untersuchung von zehn Sushi-Sets aus Linz und Pasching mit mikrobiologischer und sensorischer Bewertung.
Testergebnisse: Sushi im AK-Test