Mogelpackungen und versteckter Alkohol: „KONSUM-Ente 2026“ gesucht
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) ruft erneut Verbraucher dazu auf, das ärgerlichste Lebensmittel des Jahres zu küren. Vom 9. September bis einschließlich 9. Oktober 2026 steht die Abstimmung zur „KONSUM-Ente 2026“ offen. Fünf nominierte Produkte aus der Lebensmittelindustrie stehen wegen übergroßer Verpackungen, verstecktem Alkohol, extremer Shrinkflation und Rezepturverschlechterungen am Pranger.
Fünf Kandidaten für das ärgerlichste Lebensmittel des Jahres
Seit mehr als 15 Jahren sammelt der VKI auf seiner Plattform Hinweise zu Unstimmigkeiten bei Lebensmitteln und hat bereits über 1.500 Lebensmittel-Checks veröffentlicht. Für die diesjährige KONSUM-Ente wurden fünf Produkte nominiert:
- Bardollini Pistachio Cookies (Übergroße Verpackung): In der Verpackung befinden sich vier Plastikmulden. Während in den äußeren Mulden jeweils zwei Kekse übereinander liegen, thronen die Kekse in den beiden inneren Kammern auf einem Plastikpodest. Die Packung bietet Platz für acht Kekse, enthält jedoch nur sechs Stück.
- Ferrero Fiesta (Versteckter Alkohol): Der süße Kuchenriegel enthält 8,5 Prozent Likör. Dieser Alkoholzusatz ist jedoch nur in der Zutatenliste auf der Rückseite angegeben, nicht aber auf der Vorderseite. Dies stellt ein Risiko für Kinder und Menschen dar, die Alkohol meiden.
- NEOH Crunch (Übergroße Verpackung): Drei Riegel sind jeweils in übergroßen Kunststoff-Einzelverpackungen in einem Karton verpackt. Erst beim Auspacken wird der deutliche Größenunterschied zwischen Karton und Inhalt sichtbar.
- Rama Margarine (Shrinkflation): Gewann bereits 2022 die KONSUM-Ente. Nachdem die Füllmenge damals von 500 auf 450 Gramm schrumpfte, sind es seit dem Frühjahr 2026 nur noch 400 Gramm. Dies entspricht einer Preissteigerung von bis zu 63 Prozent im Vergleich zur ursprünglichen 500-Gramm-Packung bei unveränderter Packungsgröße. Zudem unterscheidet sich die runde Verpackung durch die Beigabe von Palmöl von der eckigen Variante.
- Ruben’s Pistaziencreme (Skimpflation): Im Dezember 2025 noch Sieger beim VKI-Taste:Check, wurde die Rezeptur kurz darauf abgeändert. Der Pistazienanteil sank von 45 auf 15 Prozent – bei unverändertem Preis und gleicher Produktaufmachung.
Shrinkflation und Skimpflation: Rama und Ruben’s im Fokus
Besonders die Praktiken der verdeckten Preiserhöhung stehen 2026 im Blickfeld des VKI. Während bei Rama die Füllmenge bei höherem Preis reduziert wurde (Shrinkflation), zeigt Ruben's Pistaziencreme das Phänomen der Skimpflation.
Der VKI erläutert den Begriff der Skimpflation als "Reduktion einer wertgebenden Zutat, während der Preis gleich bleibt.“
Erfolge des VKI: Jede vierte Kritik führt zu Verbesserung
Die Wahl zur KONSUM-Ente dient nicht nur dazu, den Ärger der Konsumenten sichtbar zu machen, sondern führt regelmäßig zu konkreten Veränderungen am Markt. Laut Bilanz des VKI wird rund jedes vierte kritisierte Produkt im Interesse der Verbraucher abgeändert.
In der Vergangenheit konnten unter anderem Reduzierungen von Verpackungsgrößen bei gleichbleibender Füllmenge (Govinda Vegane Bio Pralinés), der Verzicht auf Azofarbstoffe (Friends of Asia Frozen Dessert) sowie Anpassungen von Produktnamen (Gewußt wie Bio Heidelbeer Sirup, dm Bio Früchtetee) durchgesetzt werden.