Landwirtschaft: Schon 20 Bauern Opfer von Heu-Betrug
- Trockenheit führt zu Futtermittelknappheit
- Rund 20 Landwirte von Heu-Betrug betroffen
- Minderwertiges Heu auf Bauernhof in Perg
- Landwirtschaftskammer warnt vor unseriösen Anbietern
In der Landwirtschaft in Oberösterreich häufen sich Betrugsfälle beim Kauf von Futtermitteln. Nach den Ernteausfällen im trockenen Sommer müssen zahlreiche Bauern Heu aus dem Ausland zukaufen. Rund 20 Landwirte sind laut Landwirtschaftskammer Oberösterreich bereits betroffen: Sie bezahlten für Lieferungen, die entweder gar nicht eintrafen oder minderwertiges Futter enthielten.
Trockenheit führt zu Futtermittelknappheit
Der trockene Sommer 2026 führte in Teilen Oberösterreichs zu erheblichen Ernteausfällen. Vor allem Heu, Stroh und Maissilage sind knapp. Viele landwirtschaftliche Betriebe konnten nicht genügend Vorräte für den Winter anlegen und sind auf Zukäufe angewiesen.
Da das Angebot im Inland begrenzt ist, suchen Bauern zunehmend auf Internetplattformen nach Lieferanten aus dem Ausland.
Rund 20 Landwirte von Heu-Betrug betroffen
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK OÖ) meldeten rund 20 Bauern Probleme bei Futtermittelbestellungen. Die Lieferanten stammten unter anderem aus Deutschland, Kroatien, Tschechien und Polen.
In einigen Fällen wurde die bestellte Ware trotz Vorauszahlung nicht geliefert. Andere Bauern erhielten Futtermittel, deren Qualität nicht den vereinbarten Anforderungen entsprach. Die betroffenen Betriebe müssen deshalb Ersatz beschaffen.
Minderwertiges Heu auf Bauernhof in Perg
Zu den Betroffenen zählt Bernhard Wagner aus Windhaag bei Perg. Gemeinsam mit seinem Sohn suchte er im Internet nach Heu und bestellte bei einem Anbieter aus Kroatien, wie er gegenüber dem ORF erzählt.
Die Lieferung traf ein, war jedoch teilweise nicht als Tierfutter geeignet. Laut Hofübernehmer Georg Wagner konnte ein Teil des Heus nur als Einstreu verwendet werden. Besonders bei der Versorgung von Jungtieren ist der Betrieb auf hochwertiges Futter angewiesen.
Auch ein Landwirt aus dem Bezirk Freistadt musste wegen der Ernteausfälle zusätzliche Vorräte beschaffen. Er bestellte zweimal jeweils 18 Tonnen Heu aus Tschechien.
Landwirtschaftskammer warnt vor unseriösen Anbietern
Die LK OÖ empfiehlt, Futtermittel möglichst bei bekannten Händlern zu kaufen und die Qualität vor dem Kauf zu prüfen. Bei der Anlieferung sollten sowohl die Menge als auch der Zustand der Ware kontrolliert werden.
Laut Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer erschwert der Sitz der Anbieter im Ausland die Verfolgung möglicher Betrugsfälle. Betroffene können Anzeige erstatten, eine Rückzahlung ist jedoch oft schwer durchzusetzen.
Ab 2027 soll die Futtermittelbörse der Landwirtschaftskammer um Kontakte zu vertrauenswürdigen ausländischen Anbietern erweitert werden.