Schließung steht bevor: Bekannte Bäckerei ist pleite
- Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung: Bäckerei Engleder muss schließen
- Unfall, Kostenexplosion und alte Maschinen: Die Insolvenzursachen
- 60 bis 70 Gläubiger betroffen: So sieht der Sanierungsplan aus
Über das Vermögen von Simon Engleder, Inhaber der Einzelunternehmung Bäckerei Engleder e.U. in Arnreit, wurde am Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Nach einer Verkettung unglücklicher Umstände – darunter ein schwerer Unfall des Chefs sowie massive Kostensteigerungen – musste die Bäckerei den Geschäftsbetrieb bereits einstellen. Für die Gläubiger liegt ein Sanierungsplan vor.
Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung: Bäckerei Engleder muss schließen
Das im Jahr 2016 gegründete Handwerksunternehmen betrieb seine Backstube direkt im Zentrum von Arnreit (Bezirk Rohrbach). Wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV bekanntgaben, wurde die Insolvenz über Eigenantrag eingeleitet. Eine Weiterführung des Bäckereibetriebs ist nicht geplant, die Türen der Bäckerei bleiben endgültig geschlossen. Von der Schließung sind zehn Mitarbeiter betroffen.
Unfall, Kostenexplosion und alte Maschinen: Die Insolvenzursachen
Die Gründe für die Pleite des Einzelunternehmens sind vielfältig. Laut dem vorliegenden Insolvenzantrag führten drastische Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Material und Energie zu einer enormen wirtschaftlichen Schieflage. Veraltete Produktionsmaschinen und Anlagen verursachten zudem immer wieder hohe Reparaturkosten.
Hinzu kam eine erhebliche Belastung aus der bestehenden Fremdfinanzierung im Verhältnis zu den erwirtschafteten Betriebsergebnissen. Den Ausschlag für das finale Aus gab schließlich ein unfallbedingter, langfristiger Ausfall des Inhabers Simon Engleder selbst.
60 bis 70 Gläubiger betroffen: So sieht der Sanierungsplan aus
Von der Insolvenz sind laut AKV rund 60 bis 70 Gläubiger (inklusive der zehn Dienstnehmer) betroffen. Den jüngsten Bilanzzahlen per Ende 2025 zufolge belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 376.000 bis 475.000 Euro. Offene Lieferantenverbindlichkeiten machen dabei etwa 41.000 Euro aus. Als Vermögen stehen unter anderem die Betriebsliegenschaft in Arnreit sowie ein Fuhrpark und die Geschäftsausstattung zu Buche.
Trotz der Einstellung des Geschäftsbetriebs wird eine Sanierung angestrebt: Der eingebrachte Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, zahlbar binnen 24 Monaten ab Annahme. Die Mittel dafür sollen durch die Verwertung des Unternehmensvermögens sowie über die Finanzierung durch dritte Seite aufgebracht werden. Die Gläubiger stimmen am 23. Februar 2027 am Landesgericht Linz über den Vorschlag ab.