Kommentar: Wie die Rückkehr der Dinosaurier

Der G7-Gipfel im bayrischen Elmau wirkt wie ein Land vor unserer Zeit. Also eher für Dinos als moderne Menschen.
Autor: Gerhard Gall, 29.06.2022 um 16:45 Uhr

Der monströse und absurde Aufwand rund um den G7-Gipfel im bayerischen Schloß Elmau wirkt wie aus einer anderen Zeit. Zwei Jahre Pandemie und der Siegeszug des  globalen Video-Conferencing haben uns Steuerzahler hoffen lassen, dass die Tage von Staatskarossen-Flotten, Privatjet-Geschwadern und Helikopter-Staffeln gezählt sind. Doch – der Gipfel von Elmau mutet wie die Rückkehr der Dinosaurier an: Der Almauftrieb der Supermächtigen verschlingt rekordverdächtige 170 Millionen Euro. 18.000 Polizisten (!) und ein hermetisch abgeriegeltes Gebirgstal haben jede Form berechtigter Unmutsäußerungen vor Ort im Keim erstickt, permanent über dem Naturjuwel kreisende Helikopter einen CO2-Fußabdruck so tief wie die Stapfen eines T. Rex hinterlassen.

Angesichts der auf Bürgerkosten ausgefochtenen Klimamaßnahmen ein Schlag ins Gesicht. Als nachhaltigster G7-Gipfel aller Zeiten war das illustre Treffen gepriesen worden. Ziel indirekt erreicht – weil die Menschen außerhalb dieser abgehobenen Bonzokratie jetzt nachhaltig politverdrossen sind. Massive Geldverbrennung und Prassen bis zum Abwinken – in Zeiten in denen wir alle die Gürtel enger schnallen müssen, eindeutig falsche Signale. Zumal die Ergebnisse so überschaubar sind, dass vermutlich eine 15minütige Teams-Sitzung gereicht hätte. Wen wunderts also, dass es die Menschen satt haben?