Kommentar: Linzer Stadtwache - Schluss mit lustig!

Schauplatz Linz, September 2010: Clowneske Gestalten in signalroten Windjacken beleben das Stadtbild. Oft füllig und mit vorgeschnallten Bauchtaschen, wie sie modisch Verhaltensauffällige so gerne zu Socken und Sandalen tragen. Allerdings: Nicht die typisch norddeutschen Touristen waren es, die so mutig gekleidet durch die Straßen wandelten. Es waren die ersten Stadtwächter. In den frühen Jahren ihrer nunmehr zehnjährigen Geschichte erregten diese wackeren Wächter für Ordnung und Sauberkeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit oft weniger durch ihre Taten als durch manche Negativschlagzeile. Etwa über Hitler-Zitate im Pausenraum. Oder über ihren „Gründervater“ Stadtrat Detlef Wimmer als selbst nicht unumstrittenen „Oberbefehlshaber“. „Am Anfang haben sie uns das Kasperllied nachgepfiffen“, outete sich ein Urgestein der Stadtwache, die von ihren Gegnern als „Hundstrümmerl-Task-Force“ verspottet wurde. Zehn Jahre später kommen die Schulterklopfer. So ließ jetzt die Linzer ÖVP wissen, dass man den Ordnungsdienst, wie er nun offiziell heißt, zu Höherem berufen sieht und fordert eine Ausweitung der Kompetenzen im Sicherheitsbereich. Diese Hoffnung ist berechtigt. Das Clownskostüm ist im Vorjahr einer polizeiartigen Uniform gewichen, der Aufritt ein anderer geworden. Die Stadtwache ist ein moderner Dienstleister, die Zeit der Witze vorbei.

Autor: Gerhard Gall , 15.09.2020