Kommentar: Lasst uns den Handel retten!

Chefredakteur Gerhard Gall ruft dazu auf, den heimischen Handel zu retten und nicht bei steuervermeidenden Multis zu kaufen.
Autor: Gerhard Gall, 07.12.2022 um 11:47 Uhr

Die Bewältigung von Krisen erfordert ein geändertes Bewusstsein. Auch beim Einkaufen. Die stille Zeit muss deshalb heuer eine Zeit des Umdenkens und der längst überfälligen Solidarisierung mit dem heimischen Handel sein. Verzichten Sie auf die Weihnachtsgeschenke vom Internet-Riesen. Machen Sie sich nicht daran mitschuldig, dass im Jänner eine Flut Handelsangestellter nicht weiß, wie Sie ihre horrend gestiegenen Lebenserhaltungskosten bestreiten soll, weil sie durch ein flaues Weihnachtsgeschäft arbeitslos geworden ist.

Ehrlich, es ist in Wahrheit kein großer Verzicht. Denn es gibt nichts, was Amazon, Zalando & Co. in ihrem Repertoire haben, das unsere über 40.000 Handelsbetriebe nicht in petto haben. Und wenn schon nicht in der Filiale nebenan, dann auf jeden Fall online. Rotweißrote Flaggschiffe wie Hartlauer, Thalia & Co. brauchen sich in dieser Hinsicht nicht zu verstecken. Es ist ein Irrglaube, dass es die internationalisierten Giganten besser oder schneller können. Auch nicht diejenigen, die mit einer österreichischen Internet-Adresse Nähe suggerieren, in Wirklichkeit aber im Ausland sitzen und Kaufkraft und Wertschöpfung absaugen, ohne dass irgendjemand in unserem Land auch nur mit einem jämmerlichen Cent profitiert. In jeder Krise schlummert eine Chance, heißt es. Der österreichische Handel hat sie verdient.