Kommentar: Ein Mann im Tieftauchmodus

Weekend-Chefredakteur Gerhard Gall fragt sich wo Werner Kogler geblieben ist. Immerhin Chef der Grünen und Vizekanzler der Republik Österreich.
Autor: Gerhard Gall, 26.04.2022 um 13:21 Uhr

Corona-Quarantäne, Karibik-Urlaub, Burnout-Reha? Österreich rätselt: Wo ist Werner Kogler? Sie wissen schon, Werner Kogler, unser Vizekanzler. Der Mann mit dem leichtgewichtigen politischen Fußabdruck eines Bio-Landhendls aus dem Hofladen-Kühlregal. Es brennt an allen Ecken. Unser Land leidet unter der Teuerungswelle und in der Bevölkerung herrschen finanzielle und existenzielle Ängste vor, aber Kogler tritt ganz leise auf. Während der grüne Gesundheitsminister Johannes Rauch weiter denn je davon entfernt ist, das pandemische Chaos zu ordnen, taucht sein Chef-Spezi weitgehend von der politischen Tagesbühne ab.

Ein Empfang für ukrainische Fußballerinnen hier, ein Gesichtsbad dort. Ansonsten: Keine tiefgreifenden oder gar etwas bewegenden Aktivitäten. Auch kein Einbremsen der wirtschaftsgefährdenden Agitation von Leonore Gewessler. All die vornehme Zurückhaltung hat wohl einen guten Grund: Kogler muss sich am Samstag beim grünen Bundeskongress in Villach einer  Wahl stellen und eine Streichungsorgie befürchten, weil die Krisennachrichten nicht weniger werden und die Vertrauenswerte selbst in den eigenen Reihen im Keller sind. Und so lässt man sich offenbar auf eine altbewährte Strategie ein, die da lautet: „Nicht der Beste gewinnt, sondern derjenige, der die wenigsten Fehler macht!“