Kein Stauchaos in OÖ – Interview mit Günther Steinkellner

weekend: Laufen Ihre Straßenbauvorhaben nach Plan?

Günther Steinkellner: Es hat vereinzelte Verzögerungen gegeben, wobei dies vor allem die Brückenbaustellen des Westrings, der Bypass-Brücken und der neuen Linzer Donaubrücke getroffen hat. Hier gab es Probleme mit der Lieferung von Bestandteilen aus Nachbarländern und der Verfügbarkeit der Arbeitskräfte. Durch flexibles Management konnten die Verzögerungen aber in überschaubaren Grenzen gehalten werden. Daher freut es mich auch, dass wir gerade die beiden Asfinag-Bypassbrücken unter vollen Betrieb nehmen konnten.

weekend: Der öffentliche Verkehr darbt dahin, wie kann man das Vertrauen der Pendler zurückgewinnen?

Günther Steinkellner: Man muss in diesem Zusammenhang erwähnen, dass es bislang keine Clusterbildungen aufgrund des Öffentlichen Verkehrs gegeben hat. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, hier die Maskenpflicht im Sinne der Vernunft und der Sicherheit der Fahrgäste umzusetzen. Wichtig ist aber vor allem, dass man Vertrauen in die Fahrpläne und die regelmäßige Beförderung haben kann. Der Regelbetrieb ist in allen Bereichen wieder zu gewährleisten, hier ist der Bund auf der Strecke Wien/Salzburg in der Pflicht.

weekend: Der Radverkehr ist massiv gestiegen, hat das bauliche Auswirkungen? 

Günther Steinkellner: Wir legen generell einen Schwerpunkt auf Verbesserung und Ausbau der Radwegeinfrastruktur. So wurden in den Jahren 2016 bis 2020 60,7 km an Radwegen in Oberösterreich  gebaut, weitere 49 km Radwegenetz befinden sich derzeit in Planung. Die wichtigsten Projekte des laufenden Jahres sind hierbei der Ausbau des LILO-Provisoriums und der Baustart des Radweges Haager-Lies.

weekend: Der E-Bike-Boom hat gefährliche Begleiterscheinungen – welche Regulierungen sind nötig? 

Günther Steinkellner: Die Freiheitliche Partei ist, im Gegensatz zu anderen, keine Verbotspartei, wir glauben an die Mündigkeit und die Eigenverantwortung der Menschen. Entsprechende Verbote sollten nur kommen, wenn sie wie bei Alkohol- und Drogenmissbrauch im Verkehr wirklich notwendig sind. Ich sehe das E-Bike grundsätzlich positiv, da es eine gute Ergänzung des bestehenden Verkehrsmix ist und vielen Menschen mehr Mobilität und damit mehr Lebensqualität ermöglicht. Es gibt hier natürlich Problemfelder, insbesondere auch im Bereich älterer Verkehrsteilnehmer. Ich wähle aber bewusst einen positiven Ansatz und daher fördert das Land E-Bike-Trainings, um die Fähigkeiten der Nutzer zu erhöhen.

weekend: In Linz laufen Verkehrsprojekte oft suboptimal ab. Belastet das das Verhältnis zur Landeshauptstadt? 

Günther Steinkellner: Die Stadt Linz ist einer der wichtigsten Partner des Landes und wir sind sehr um eine positive, gestaltende Zusammenarbeit bemüht. Wir haben daher auch erstmals ein gemeinsames Mobilitätsleitbild erstellt und erfüllen dieses mit Leben. Unsere wichtigsten Projekte im Zentralraum sind ohne die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt auch nicht realisierbar. Daher freut es mich auch besonders, dass ich mich in Bezug auf die Stadtbahn- und Busprojekte mit Vizebürgermeister Hein fachlich gefunden habe. Diese Ziele werden auch von Landeshauptmann Stelzer und Bürgermeister Luger mitgetragen. Nun geht es darum, dass der Bund das seinige finanziell dazu beiträgt, dass diese wichtigen Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden. Die entsprechenden Gespräche mit dem Ministerium werden derzeit geführt. V

Autor: Gerhard Gall , 27.08.2020