Tornado-Alarm: Zerstörung wie im Krieg

Nur 90 Kilometer von Wien hat eine Wetter-Katastrophe unglaublichen Ausmaßes ganze Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Den ganzen Abend bereits sind schwere Unwetter über Südmähren gezogen. In der Nacht  von 24. auf 25. Juni hat ein Tornado die Region dann vollständig verwüstet. Umhergeschleuderte Autos, umgestürzte Bäume, abgedeckte Häuser, zerstörte Fensterscheiben: Die Menschen hatten keine Chance, sich in Sicherheit zu bringen. Es gibt hunderte Verletzte und mindestens fünf Tote.

Zerstörung wie in Kriegsgebiet

Besonders hart getoffen hat es die Gemeinden Birnbaum (1.500 Einwohner) und Mährisch Neudorf (2.600 Einwohner). "Geblieben sind nur die Mauern, ohne Dach, ohne Fenster", sagt der stellvertretende Bürgermeister von Birnbaum gegenüber der Agentur CTK. Die Situation sei wie im Kriegt, sagt Gesundheitsminister Adam Vojtech. "Alles was Arme und Beine hat, fährt dorhin", sagt Innenminister Jan Hamacek, der sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte in die Region schickt.

Könnte auch Österreich treffen

Das Rote Kreuz Niederösterreich hat 32 Fahrzeuge zum Einsatz nach Tschechien entsandt, der ÖAMTC zwei Notarzthubschrauber. Unwetter diesen Ausmaßes können auch Österreich treffen. Eine Windhose dieser Stärke wurde 2017 nahe dem Flughafen Schwechat registriert. Zuletzt hat die Heftigkeit von Gewittern stark zugenommen. Über die letzten Wochen besonders stark betroffen war Oberösterreich.

Eine schematische Darstellung, wie ein Tornado entsteht. 1. Starke Aufwinde in einer Gewitterwolke. 2. Seitenwinde versetzen die aufsteigende Luft in Rotation. 3. Es entsteht ein wirbelnde Wolkenschlauch bis zum Boden. 4. Soga nachströmender Luft kann schwere Schäden verursachen.
Autor: Stefanie Hermann, 25.06.2021