Strompreis-Knaller: Anbieter senkt Preise – So viel sparen Haushalte
- Neuer Strompreis: Bis zu 190 Euro Ersparnis pro Jahr
- Technische Neuerungen als Grundlage
- Politischer Druck zeigte Wirkung
- Kritik an spätem Zeitpunkt
- Weitere Anbieter könnten folgen
Die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) kündigt heute an, den Strompreis zu senken. Ab 1. April sieht der neue Tarif einen Arbeitspreis von durchschnittlich rund zehn Cent netto pro Kilowattstunde vor und gilt sowohl für Bestands- als auch für Neukunden. Damit reagiert das Unternehmen auf die gesunkenen Großhandelspreise und den anhaltenden politischen Druck, die Energiepreise weiterzugeben.
Neuer Strompreis: Bis zu 190 Euro Ersparnis pro Jahr
Wie die EVN vorrechnet, bedeutet der neue Tarif für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden eine Ersparnis von rund 190 Euro pro Jahr, was etwa 15,5 Prozent niedrigeren Stromkosten entspricht. Zusätzlich wird der Preis in den Sommermonaten während eines definierten „Sonnenfensters“ von 10 bis 16 Uhr nochmals reduziert. Wer in diesem Zeitraum Strom verbraucht – etwa beim Waschen, Kochen oder Laden des E-Autos – kann die Kosten dadurch weiter senken.
Technische Neuerungen als Grundlage
Möglich ist der neue Tarif laut EVN-Vorstand Stefan Stallinger durch mehrere technische und organisatorische Entwicklungen: den flächendeckenden Smart-Meter-Rollout, neue automatisierte Abrechnungssysteme und die Rahmenbedingungen des Strommarktgesetzes. Die gezielte Nutzung von Solarstrom in den Sommermonaten spiele dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
Politischer Druck zeigt Wirkung
In den vergangenen Wochen hatten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (beide ÖVP) wiederholt niedrigere Strompreise gefordert. Mikl-Leitner erklärte: „Der Bund hat mit dem Strommarktgesetz die Grundlage geschaffen. Es ist die logische Konsequenz, dass die EVN diese Chance nützt, um die Tarife zu senken.“ Pernkopf betonte, dass die Maßnahme ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Bevölkerung sei.
Kritik an spätem Zeitpunkt
Kritik kam von der SPÖ Niederösterreich. Landesparteichef Sven Hergovich bezeichnete es als „skandalös“, dass die Tarifsenkung erst im April in Kraft trete. Viele Haushalte, die mit Strom heizen, müssten so die gesamte Heizperiode über hohe Preise bezahlen. Eine frühere Umsetzung, etwa schon im Februar, sei „zumutbar und notwendig“ gewesen.
Weitere Anbieter könnten folgen
Auch in der Energiebranche wird die Entscheidung aufmerksam verfolgt. Beobachter gehen davon aus, dass die Ankündigung der EVN eine Preissenkungswelle auslösen könnte. Weitere Anbieter könnten folgen.