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Mehrere Schweine in einem Stall
Schwerer Fall von Tierquälerei im Bezirk Amstetten: Auf einem Bauernhof verendeten hunderte Schweine nach monatelanger Vernachlässigung.
Schwerer Fall von Tierquälerei im Bezirk Amstetten: Auf einem Bauernhof verendeten hunderte Schweine nach monatelanger Vernachlässigung.
Lialina Olena/Shutterstock

Tierquälerei: Hunderte Schweine auf Bauernhof verendet

12.08.2026 um 12:46, Marcel Toifl
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Auf einem Bauernhof in Amstetten erlitten hunderte Schweine furchtbare Qual. Neben 400 toten Tieren fehlen 1.000 weitere Schweine.

Ein erschütternder Fall von schwerer Vernachlässigung und Tierquälerei beschäftigt derzeit die Behörden in Niederösterreich. Auf einem Bauernhof im Bezirk Amstetten erlitten hunderte Schweine monatelange Qual. Nach dem Fund von etwa 400 toten Tieren förderten die Ermittlungen einen noch größeren Skandal zu Tage: Rund 1.000 weitere Schweine sind spurlos verschwunden, weshalb schreckliche Vermutungen im Raum stehen.

Der mutmaßlich überforderte Betreiber hatte den Hof alleine geführt und dürfte sich in einem schweren psychischen Ausnahmezustand befunden haben.

Grausiger Fund und Verwesungsgeruch

Auslöser für das behördliche Einschreiten am 24. Juli 2026 waren massive Beschwerden aus der Nachbarschaft. Anrainer hatten sich wegen eines unerträglichen Verwesungsgeruchs beschwert, der vom Areal des Schweinemastbetriebs ausging.

Bei einer daraufhin von der Polizei und der zuständigen Amtstierärztin durchgeführten Kontrolle bot sich den Einsatzkräften im Stallgebäude ein unvorstellbares Bild: Insgesamt 400 verendete und teilweise bereits stark verweste Schweine wurden aufgefunden. Nur 88 Tiere hatten die Katastrophe im Stall überlebt. Diese wurden umgehend gerettet und auf umliegende landwirtschaftliche Betriebe aufgeteilt.

Fehlbestand von 1000 Schweinen und Kannibalismus

Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen untersuchten die Beamten die An- und Verkaufslisten des Betriebes. Wie Polizeisprecher Johann Baumschlager mitteilte, ergab die Auswertung der Unterlagen eine eklatante Differenz: Es wurde ein „Fehlbestand“ von rund 1.000 weiteren Tieren festgestellt.

Der Verbleib dieser enormen Anzahl an Schweinen ist Gegenstand intensiver Erhebungen. Da die Ermittler im Stallgebäude zahlreiche Knochenreste sicherstellten, kann die Polizei extremen Kannibalismus unter den verhungernden Tieren nicht ausschließen. Es besteht der begründete Verdacht, dass sich die geschwächten Tiere gegenseitig aufgefressen haben.

Psychischer Ausnahmezustand und vereitelte Kontrollen

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Landwirt den Betrieb vollkommen alleine geführt haben und seit Beginn des Jahres 2026 keine Fütterung der Bestände mehr durchgeführt haben. Ab dem 17. Juli versuchten Behörden zweimal, Kontrollen auf dem Hof durchzuführen, die der Mann jedoch unter verschiedenen Vorwänden erfolgreich verhindern konnte.

Gegen den Landwirt wurde bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten Anzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei erstattet. Die Bezirkshauptmannschaft schloss den Betrieb mit sofortiger Wirkung. Ein behördliches Tierhalteverbot sowie weitere rechtliche Konsequenzen werden derzeit geprüft.

Vorfall im Vorjahr und Debatte um Kontrollen

Wie im Zuge der Berichterstattung von NÖ heute bekannt wurde, war die Anlage den Tierschutzbehörden bereits bekannt. Landesveterinärdirektorin Christina Riedl bestätigte im ORF, dass im Vorjahr 150 Schweine im selben Betrieb erstickt waren. Ursache war damals ein technisches Gebrechen durch einen Lüftungsausfall, welches ordnungsgemäß gemeldet und überprüft worden war.

In Niederösterreich werden jährlich rund 6.000 Kontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Neben dem allgemeinen Kontrollplan stehen stichprobenartige Überprüfungen sowie anlassbezogene Verdachtskontrollen auf der Tagesordnung. Riedl betonte in diesem Zusammenhang, dass die Letztverantwortung für das Wohl der Tiere stets beim Halter liege.

Politische Reaktionen und Forderungen

Der Vorfall löste breite Entrüstung aus. Isabell Eckl vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) sprach von einem „Albtraum“ und forderte ein sofortiges Tierhalteverbot sowie strengere Gesetze. Auch Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) sprach sich für gesetzliche Anpassungen aus.

Dominic Hörlezeder, Tierschutzsprecher der Grünen im NÖ Landtag, bezeichnete die Tragödie als dringendes Warnsignal und forderte die Etablierung eines engmaschigen Frühwarnsystems. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich distanzierte sich entschieden von den Zuständen auf dem Bauernhof und bezeichnete das Verhalten als „absolut inakzeptabel“, da es keinesfalls die gewissenhafte Arbeit der übrigen heimischen Landwirte widerspiegele.

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