Thomas Sternig: Vom Fundstück zum (Wort-)Kunstwerk

"Inspiration passiert ständig und überall, bewusst oder unbewusst. Es gibt kein Entkommen, doch vieles verschwindet leider so schnell, wie es gekommen ist", beschreibt Thomas Sternig seinen Künstleralltag. Einige der Themen und Inspirationen, von denen er im täglichen Leben umzingelt ist, bleiben dann aber doch hängen und finden Eingang in seine Werke. Bei Gedanken und Worten ist die Gefahr wohl am größten, dass sie verschwinden, bevor sie richtig angekommen sind. Diese Gefahr ist nun jedoch gebannt, denn im Dezember erscheint sein erstes Buch "HINgeschaut UND HERgehört" im Verlag SchriftStella. Erhältlich ist es vorerst nur in limitierter Auflage, händisch nummeriert und signiert und mit einem speziellen Extra versehen, das jedes Exemplar zu einem Einzelstück macht.

Künstler Thomas Sternig | Credit: Verlag SchriftStella

Schauen & Hören

Wie der Titel des Buches erahnen lässt, spielen das Schauen und das Hören oder im übertragenen Sinn das Lesen, also Sprache und Bilder, eine Rolle darin. Die Texte sind in Kombination mit Fotos und ausgewählten Kunstwerken eine Einladung zum genaueren Hinschauen und Hinhören sowie zum achtsamen Umgang mit uns selbst und der Welt, die uns umgibt. Im Mittelpunkt seiner (Sprach-)Kunst stehen für Thomas Sternig vor allem Fundstücke. Seien es Gegenstände, die nicht mehr gebraucht und weggeworfen werden, oder auch Wörter, die unachtsam ausgesprochen werden und denen niemand besondere Aufmerksamkeit schenkt. Eben diesen verleiht der (Wort-)Künstler neue Bedeutung und präsentiert sie in einem anderen Rahmen.

Wortspiele

"Mir geht es darum, unscheinbare, aber wichtige Dinge vor den Vorhang zu holen, um Hauptrollen in meinen Arbeiten einzunehmen", erklärt der Bodensdorfer seinen künstlerischen Zugang. So entstehen etwa aus alten Nägeln, Drähten, Schlüsseln und Buchseiten bedeutungsvolle Bildobjekte oder aus Worten, die nebenbei fallen gelassen werden, ironische, gesellschaftskritische und schwarzhumorige Wortspiele, Gedichte und (Un-)Sinnsprüche.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 30.11.2020