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Älteres Paar prüft zu Hause gemeinsam Unterlagen zur Pension und privaten Altersvorsorge.
Viele Kärntner zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension.
Viele Kärntner zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension.
Iuliia Zavalishina / iStock

Angst vor Altersarmut: Vertrauen in staatliche Pensionen schwindet

21.01.2026 um 14:38, Stefanie Hermann
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Viele rechnen im Alter nicht mehr mit einer ausreichend hohen staatlichen Pension. Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Immer mehr Menschen in Kärnten zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension und fürchten, im Alter weiterarbeiten zu müssen. Gleichzeitig wächst der Zuspruch für private finanzielle Vorsorge – beeinflusst auch durch den demografischen Wandel und die weltweiten geopolitischen Unsicherheiten, wie die aktuelle Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt.

Sieben von zehn Kärntnerinnen und Kärntner glauben laut Studie nicht an eine ausreichend hohe staatliche Pension. 62 Prozent gehen sogar davon aus, auch im Ruhestand noch arbeiten zu müssen. Diese Ergebnisse spiegeln eine wachsende Unsicherheit über die langfristige Stabilität des österreichischen Pensionssystems wider.

Viele fürchten Verschlechterungen

Fragt man die Kärntner nach ihrer Erwartung bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensqualität in den kommenden Monaten, rechnen 58 Prozent mit einer Verschlechterung, 36 Prozent mit gleichbleibenden Verhältnissen und nur fünf Prozent mit einer Verbesserung. Das Vertrauen in stabile Verhältnisse sinkt weiter.

Bereitschaft für private Vorsorge wächst

Zentrale Themen, für die man auch bereit ist, privat finanziell vorzusorgen, sind für 69 Prozent der Befragten die Gesundheit. 66 Prozent bilden Rücklagen für Krisenfälle, während 58 Prozent regelmäßig in eine private Altersvorsorge investieren. Es folgen Wohnen (53 Prozent) und für jeden Zweiten kurzfristige finanzielle Reserven sowie die Familie.

Vertrauen in staatliche Pensionen nimmt weiter ab

Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) glaubt nicht mehr daran, dass der Staat ein verlässlicher Partner bei Pensionen ist. Jeder Zweite nennt Schicksalsschläge als Vorsorgegrund, 47 Prozent möchten ihren gewohnten Lebensstandard im Alter halten.

„Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. Mit 72 Prozent zweifeln knapp drei Viertel der Kärntnerinnen und Kärntner daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile acht von zehn Befragten“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen.

Jeder sechste Befragte geht gar davon aus, in der Pension weiterarbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

Vorsorgebetrag weiter hoch

Bei der Vorsorge setzen die Befragten auf Anlage-Klassiker: Sparkonto (52 Prozent), Bausparen (29 Prozent) und Lebensversicherung (27 Prozent). Es folgen Wertpapiere und Fondssparpläne (20 bzw. 19 Prozent), Immobilien (16 Prozent) und Gold (elf Prozent). Auffällig ist, dass erstmals seit Jahren das Sparkonto weniger stark nachgefragt ist, während Lebensversicherungen und Bausparverträge stabil bleiben.

„Erfreulich ist auch die Höhe des Betrages, den die Menschen in Österreich im Schnitt pro Monat bereit sind, für ihre persönliche Pensionsvorsorge zu investieren. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf einem hohen Niveau“, so Michael Koren, Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse. „Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.“

Schreckgespenst Altersarmut

Die Ergebnisse zeigen, dass die Sorge vor Altersarmut in Kärnten stark ausgeprägt ist. 44 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, im Ruhestand selbst betroffen zu sein, als hoch ein. 89 Prozent sehen eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge sowie eine stärkere staatliche Förderung privater Vorsorge (87 Prozent) als wirksamste Maßnahmen.

Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten glauben, dass eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung der Weg zu einer höheren Pension ist. Dennoch zeigt sich nur jeder Zweite (51 Prozent) mit dem Pensionssystem zufrieden. „Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für 86 Prozent der Befragten in Kärnten hat diese einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert“, sagt Kevin Müller, Bereichsleiter Privatkunden in der Kärntner Sparkasse.

Zufriedenheit mit Pensionskonto gering

Um Planungssicherheit für die eigene Pension zu bekommen, gibt es seit 20 Jahren für alle nach dem 1. Jänner 1955 geborenen Österreicherinnen und Österreicher das Pensionskonto. Laut Umfrage weiß jedoch erst gut die Hälfte der befragten Kärntner über ihr Konto Bescheid. Lediglich 43 Prozent jener, die ihr Guthaben kennen, sind damit sehr bzw. eher zufrieden, während jeder Zweite (50 Prozent) unzufrieden ist.

Auf die Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später einmal ausfallen wird, nennen die Befragten österreichweit im Schnitt 2.023 Euro. Männer rechnen dabei mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.

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