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Spieler des SK Austria Klagenfurt in einem Bundesliga-Trikot
Über den SK Austria Klagenfurt ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Über den SK Austria Klagenfurt ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.
GEPA/Manuel Binder

Paukenschlag: Die Austria ist insolvent

06.02.2026 um 11:53, Marcel Toifl
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Das Landesgericht hat das Insolvenzverfahren über Austria Klagenfurt eröffnet. Von der Pleite des ehemaligen Bundesligisten sind 42 Dienstnehmer betroffen.

Die Hoffnung auf eine Rettung von Austria Klagenfurt war groß. Noch am Freitagvormittag kündigte der Klub eine Pressekonferenz an. Geschäftsführer Zeljko Karajica will über die aktuelle Lage sprechen. Kurz vor dem Termin folgte jedoch die Nachricht, die den Verein erschüttert: Das Landesgericht Klagenfurt hat das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) hat Freitagvormittag die Insolvenzmeldungen des Vereins SK Austria Klagenfurt und der SK Austria Klagenfurt GmbH bekanntgegeben.

Austria Klagenfurt: Der Weg in die Insolvenz

Im Frühjahr 2025 begann der Absturz für Austria Klagenfurt. Die Mannschaft verlor sportlich den Anschluss, während Gehälter nur noch verspätet eintrafen. Im April folgte ein Punktabzug, da der Konzernabschluss zu spät eingereicht wurde. Der Klub erhielt zwar die Lizenz für die Bundesliga und die Zulassung für die 2. Liga, jedoch unter massiven Auflagen. Einen Monat später stand der Abstieg fest und fast alle Leistungsträger verließen den Verein.

Im Sommer wuchs der finanzielle Druck. Wenig später meldete Investor Tomislav Karajica Privatinsolvenz an, was die Gerüchte um eine drohende Insolvenz von Austria Klagenfurt weiter befeuerte. Im Herbst 2025 folgten Ermittlungen wegen Wirtschaftsbetrugs und eine Transfersperre der FIFA verschärfte die prekäre Lage zusätzlich.

Vergebliche Rettungsversuche in Klagenfurt

Im Jänner 2026 wurden Gehaltsrückstände erneut zum zentralen Thema bei Austria Klagenfurt. Berichte über mehrere Konkursanträge machten die Runde: Die Österreichische Gesundheitskasse forderte rund 600.000 Euro, auch das Finanzamt stellte einen Antrag. Insgesamt ging es um Verbindlichkeiten von über 1,2 Millionen Euro. Kurz vor Ablauf einer kritischen Frist gelang es der Vereinsführung noch, einen sechsstelligen Betrag aufzutreiben, wodurch die Insolvenz kurzzeitig abgewendet schien.

Entscheidender Februar: Insolvenzverfahren eröffnet

Am 5. Februar 2026 folgte der Schock für alle Fans von Austria Klagenfurt. Das Landesgericht Klagenfurt eröffnete gleich zwei Insolvenzverfahren: eines über die SK Austria GmbH und eines über den Verein selbst. Betroffen sind insgesamt 42 Dienstnehmer. Als Insolvenzverwalter wurde Michael Pontasch-Müller bestellt. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 31. März angesetzt.

Sportliche Folgen für Austria Klagenfurt

Die Bundesliga bestätigt, dass Austria Klagenfurt im Falle einer rechtskräftigen Insolvenz am Saisonende auf den letzten Tabellenplatz gereiht wird. Damit droht der Zwangsabstieg. In der Kärntner Landeshauptstadt setzt sich damit eine bittere Serie fort: Nach dem FC Kärnten (2008) und Austria Kärnten (2010) steht nun mit der Austria Klagenfurt im Jahr 2026 erneut ein Verein aus der Landeshaupstadt vor dem wirtschaftlichen Aus.

Quellen und weiterführende Informationen

  • AKV: Insolvenzverfahren Austria Klagenfurt – Details zu Forderungen
  • AKV: Details zur Insolvenz der Austria Klagenfurt GmbH

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