Kärntens Innen(er)leben

In Kärntens Museen erwachen faszinierende Epochen unserer Vergangenheit zu neuem Leben, werden besondere Geschichten fesselnd erzählt und somit Wissen unterhaltsam vermittelt. Es lohnt sich daher, sich öfters auf eine museale Entdeckungsreise zu begeben, etwa während der kommenden Herbstferien von 27. – 31. Oktober. Wir haben dafür eine kleine, aber feine Auswahl außergewöhnlicher Attraktionen für Sie zusammengestellt.

Granatium – Radenthein

Auf dem Schürfgelände des Granatiums kommt der Abenteurer und Schatzsucher in uns zum Vorschein. Ausgerüstet mit Hammer und Schutzbrille fördert man hier vor der traumhaften Kulisse der Kaninger Naturschlucht den feuerroten Granatstein, in dem sogar heilende Kräfte schlummern sollen, zutage. Auf originalgetreu nachgebauten Geräten kann der Fund in weiterer Folge in bester Goldgräbertradition gewaschen und bearbeitet werden. Zudem führt eine begehbare Granatader in das Innere des Berges, wo mystische Lichtspiele eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugen.

Porschemuseum Gmünd mit zahlreichen Modellen aus allen Epochen

Porsche Automuseum – Gmünd

Einen Besuch des einzigen privaten Porschemuseums sollte man sich wiederum bei einem Aufenthalt in Gmünd nicht entgehen lassen. Hier werden die Geburtsstunde der Automobilikone zelebriert und mehrere spektakuläre Modelle aus allen Epochen des Stuttgarter Weltkonzerns präsentiert: vom schwimmfähigen Porsche- Jagdwagen über die erfolgreichen Renn- sowie Ralleymodelle bis hin zu Österreichs einzigem Polizei-Porsche. 2020 wird darüber hinaus dem 50-jährigen Jubiläum des Kultmodells 911 eine Sonderausstellung gewidmet.

Pankratium – Gmünd

In einem der ältesten Gebäude der Künstlerstadt Gmünd reichen sich zudem Kunst und Wissenschaft die Hände. Das Haus des Staunens beherbergt eine visuell-akustische Wunderwelt, in der man alle seine Sinne im Einklang mit der Natur bewusst und intensiv wahrnimmt. Dabei kann man sich an mehreren Experimentierstationen mit fantastischen Installationen wie etwa einem Klangfahrrad, einer Wassertrompete, einem Lichtlabyrinth oder der größten begehbaren Geige der Welt vergnügen.

Lebensecht inszenierte Exponate im Foltermuseum Seeboden

Foltermuseum – Seeboden

Auf der mittelalterlichen Burg Sommeregg steht eines der düstersten Kapitel der Menschheit im Fokus, das wir leider immer noch nicht für abgeschlossen erklären können. Über zwei Stockwerke erstreckt sich Europas größtes Museum mit dem Themenschwerpunkt Folter und erläutert anhand von mehr als 100 authentischen, lebensecht inszenierten Exponaten die archaische Rechtsprechung des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Eine neue Sonderausstellung geht der Frage nach, wo überall auf der Welt Folter heutzutage noch praktiziert wird.

Das Eboardmuseum mit zahlreichen Instrumenten zum Bestaunen und Anfassen

Eboardmuseum – Klagenfurt

Das Paradies auf Erden eröffnet sich Liebhabern elektronischer Klänge im Eboardmuseum an der Südseite des Klagenfurter Messegeländes. Auf einer Fläche von 1.700 m² können hier knapp 1.800 elektronische Tasteninstrumente wie Synthesizer, E-Pianos oder Hammondorgeln nicht nur bestaunt, sondern auch eigenhändig bespielt werden. Neben zahlreichen Unikaten und Prototypen befinden sich darunter zudem einige Instrumente aus dem Besitz von Weltstars wie Keith Emerson (Emerson, Lake & Palmer) oder Ken Hensley (Uriah Heep). In offenen Werkstätten kann man darüber hinaus den Museumstechnikern bei ihren Arbeiten an den Innenleben der Instrumente über die Schulter blicken.

Fahrzeug- und Radiomuseum – Villach

Eine charmante Zeitreise treten auch die Besucher des Villacher Fahrzeug- und Radiomuseums an: Hunderte alte Mofas, Motorräder und Autos aus den Jahren 1927 bis 1990 erzählen von dem Lebensgefühl vergangener Jahrzehnte, insbesondere dem Freiheitsgefühl durch die aufkommende Motorisierung der 50er-Jahre. Außerdem lassen Unmengen an Radios und ausgedienten technischen Alltagsgeräten die Betrachter in nostalgischen Erinnerungen aus einer Ära schwelgen, in der Musik noch von der Schallplatte ertönte und auf Film fotografiert wurde.

Autor: Stefan Kohlmaier , 28.09.2020