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Ein 46-jähriger Mann ist in der Nacht auf Dienstag bei einem Polizeieinsatz nahe Graz von einer Schusswaffe tödlich getroffen worden
Ein 46-jähriger Mann ist in der Nacht auf Dienstag bei einem Polizeieinsatz nahe Graz von einer Schusswaffe tödlich getroffen worden.
Ein 46-jähriger Mann ist in der Nacht auf Dienstag bei einem Polizeieinsatz nahe Graz von einer Schusswaffe tödlich getroffen worden.
APA-Images / APA / ERWIN SCHERIAU

Cobra erschießt Mann: Wie der Einsatz eskaliert ist

20.01.2026 um 15:29, Marcel Toifl
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Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Kainbach bei Graz klären Ermittler Schussanzahl und Ablauf. Sachverständige prüfen den Waffengebrauch.

Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in Kainbach bei Graz rücken neue Details in den Fokus. Ermittler klären nun den genauen Ablauf des Schusswechsels und die Zahl der abgegebenen Schüsse. Auch Sachverständige wurden beigezogen. Der Mann galt laut Polizei als psychisch labil und stammte aus dem Suchtmittelmilieu.

Anzeige am Abend in Kainbach in Graz

Der Einsatz begann gegen 22:00 Uhr im Ortsteil Hönigtal. Angehörige des 46-Jährigen erstatteten Anzeige, nachdem sie von ihm mit einer Langwaffe bedroht worden waren. Zuvor hatten sie selbst versucht, mit dem Mann zu sprechen. Statt einer Aussprache kam es zu Drohungen. Der Mann hatte zuvor Bilder mit Schusswaffen übermittelt und lebte alleine in dem Einfamilienhaus. Laut Polizei stammte er aus dem Suchtmittelmilieu und befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand.

Stundenlange Verhandlungen bis in die Nacht

Gemeinsam mit der Schnellen Interventionsgruppe begaben sich Polizeikräfte zum Haus des Mannes. Mehrfach versuchten Ermittler, Kontakt aufzunehmen. Der 46-Jährige drohte jedoch, das Gebäude in die Luft zu sprengen, und verbarrikadierte sich mit einer Langwaffe. Aufgrund dieser Drohung wurden Sprengstoffspürhunde und das Einsatzkommando Cobra alarmiert. Eine polizeiliche Verhandlungsgruppe führte über Stunden Gespräche, ein Aufgeben erreichte sie nicht.

Polizei erschießt Mann bei Zugriff

Gegen drei Uhr früh entschieden die Einsatzleiter über einen geplanten Zugriff. Dabei eröffnete der Mann laut Polizei das Feuer auf die Spezialkräfte. Die Beamten gaben Schüsse ab. Der 46-Jährige wurde getroffen und erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Rettungskräfte und ein Notarzt waren bereits vor Ort, konnten den Mann jedoch nicht mehr retten. Er verstarb noch an der Einsatzstelle. Aufseiten der Polizei wurde niemand verletzt.

Ermittlungen zu Schüssen und Ablauf

Der genaue Tathergang ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Unklar ist derzeit, wie viele Schüsse abgegeben wurden und ob diese im oder vor dem Haus fielen. Kriminalisten, Tatortbeamte und die Staatsanwaltschaft sicherten auch am Vormittag danach noch Spuren. Zusätzlich wurden Schusswaffensachverständige bestellt. Die Ermittlungsstelle des Innenministeriums prüft den polizeilichen Waffengebrauch. Sprengstoff wurde im Haus bislang nicht gefunden. Für die beteiligten Beamten steht ein Peer-Support zur Verfügung, wie ein Polizeisprecher gegenüber der Kleinen Zeitung erklärt.

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