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ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll am Samstag, 29. November 2025, anl. einer PK zur Ankunft der U17-Mannschaft nach der WM in Wien
ÖFB-Aufsichtsratsvorstizender Josef Pröll erteilt einem möglichen WM-Boykott Österreichs eine Abfuhr.
ÖFB-Aufsichtsratsvorstizender Josef Pröll erteilt einem möglichen WM-Boykott Österreichs eine Abfuhr.
APA-Images / APA / TOBIAS STEINMAURER

WM-Boykott: ÖFB-Boss spricht Klartext

28.01.2026 um 12:57, Marcel Toifl
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ÖFB-Präsident Josef Pröll äußert sich zu einem möglichen WM-Boykott Österreichs. Auslöser der Debatte ist die politisch angespannte Lage in den USA.

Der Countdown zur Fußball-WM 2026 läuft, doch die politischen Spannungen rund um das Turnier in Nordamerika werfen lange Schatten. Während in Deutschland eine hitzige Debatte über einen möglichen Rückzug entbrannt ist, bleibt die offizielle Haltung in Wien spannend. Droht ein WM-Boykott durch Österreich? Der ÖFB zieht eine klare rote Linie.

ÖFB-Haltung vor der WM 2026: Reisefreiheit für Fans

Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada bringt den Fußball an eine neue politische Frontlinie. Während deutsche Funktionäre intensiv über Haltung und Verantwortung diskutieren, hält der Österreichische Fußballbund Distanz zur aufgeladenen Debatte. ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll sieht aktuell keinen Anlass, den sportlichen Kurs zu ändern.

Obwohl das Verteidigungsministerium in seinem „Risikobild 2026“ die USA erstmals als Risikofaktor nennt, bleibt der Verband gelassen. „Der ÖFB wird den Fans sicher nicht davon abraten, nach Amerika zu reisen“, erklärt Pröll dem Standard im Hinblick auf das erste WM-Antreten Österreichs nach 28 Jahren Wartezeit.

Josef Pröll: Sport und Politik strikt getrennt

Für Josef Pröll steht fest, dass politische Erwägungen den sportlichen Erfolg nicht gefährden dürfen. Im Gespräch mit dem Standard stellt er klar: „Es gibt den Grundsatz, Sport und Politik getrennt zu halten. Diesen Grundsatz verfolge auch ich.“

Auf Spekulationen über mögliche diplomatische Eskalationen reagiert der frühere Vizekanzler mit deutlicher Zurückhaltung: „Was-wäre-wenn-Spielchen haben hier nichts verloren. Wir bewerten, was ist.“

Wolfgang Bartosch warnt vor dem „Supergau“

Etwas offensiver äußert sich Wolfgang Bartosch, Landespräsident in der Steiermark und Mitglied des ÖFB-Aufsichtsrats. Er spricht sich zwar gegen voreilige Urteile aus, definiert jedoch eine gefährliche Eskalationsstufe: „Ein militärisches Eingreifen der USA in Grönland wäre natürlich der Supergau. Dann müsste die Situation neu bewertet werden“, so Bartosch.

Dennoch glaubt er an die integrative Kraft des Sports. Kritisch sieht Bartosch, der sich selbst als „sicher keinen Trump-Fan“ bezeichnet, jedoch die Einreiseverbote für Fans bestimmter Nationen: „Das dürfte nicht sein. Oberster Grundsatz jeder Fußball-WM muss sein, dass Fans aus allen Nationen teilhaben können.“

WM-Boykott: Deutschland streitet, Österreich beobachtet

Während der DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Boykottdebatte als „völlig verfehlt“ bezeichnet, fordern andere deutsche Funktionäre wie Oke Göttlich lautstark Konsequenzen. In Wien betrachtet man diesen Streit mit Interesse, aber ohne Aktionismus.

Der Fokus von Ralf Rangnick und seinem Team bleibt rein sportlich. Die Gruppenauslosung mit Gegnern wie Argentinien und Algerien sorgt im ÖFB-Lager für deutlich mehr Gesprächsstoff als die geopolitischen Spannungen in Nordamerika.

FIFA und Politik: Warnungen vor der Reise in die USA

Der Druck von außen nimmt unterdessen zu. Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter meldet sich auf der Plattform X zu Wort: „Bleibt den USA fern.“ Ob das Thema WM-Boykott in Österreich bis zum Turnierstart im Juni 2026 vom Tisch bleibt, wird maßgeblich von der Weltpolitik abhängen.

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