Vierfacher F1-Weltmeister: Karriereende voraus!

Beim US-Grand-Prix 2007 debütierte Sebasian Vettel einst in der Formel 1, nach dem Saisonfinale 2022 in Abu Dhabi kehrt der vierfache Weltmeister der Motorsport-Königsklasse den Rücken zu. Das gab er am Donnerstag bekannt.
Autor: Philipp Eitzinger, 28.07.2022 um 12:07 Uhr

"Die Entscheidung zum Rücktritt war keine leichte für mich und ich habe lange darüber nachgedacht", so Vettel, "am Ende des Jahres werde ich mir die Zeit dafür nehmen, zu entscheiden, was ich danach genau tun werden. Klar ist aber, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen will!" Vettel ist verheiratet und hat drei Kinder.

Der anstehende Grand Prix von Ungarn ist das 291. Rennen in der Karriere von Vettel, das heißt: Mit seinem letzten Rennen wird er die Marke von 300 Grand-Prix-Wochenenden genau erreichen.

Große Karriere

Vettel, der kürzlich 35 Jahre alt geworden ist, galt schon in ganz jungen Jahren als Wunderkind. Er wurde früh von BMW gefördert, wurde 2004 auch deutscher Formel-BMW-Champion und kreuzte 2005 in der Formel-3-EM auch erstmals mit einem gewissen Lewis Hamilton die Klingen.

Ab Sommer 2006 war der damals 19-Jährige schon offiziell Test- und Reservepilot beim Formel-1-Team von BMW und 2007 durfte er als Ersatz für den verletzten Robert Kubica auch erstmals im Rennen ran – gleich mit Platz sieben beim US-Grand-Prix in Indianapolis.

Vettel und Red Bull: Gemeinsam zu Champions gereift

Sofort schnappte Dr. Helmut Marko zu, lotste Vettel in den Red-Bull-Stall. Ab Spätsommer 2007 war Vettel Stammpilot bei Farm-Team Toro Rosso (dem heutigen AlphaTauri), im September 2008 gewann er sensationell mit dem Nachzügler-Team sein erstes Rennen – noch bevor dies dem Red-Bull-Stammteam gelungen ist.

2009 wurde Vettel dorthin befördert, in China gewann er erstmals für das Red-Bull-Flaggschiffteam und am Saisonende war er WM-Zweiter hinter Jenson Button. Es folgte die große Dominanz: In den Jahren 2010, 2011, 2012 und 2013 wurden Vettel und Red Bull viermal hintereinander Fahrer- bzw. Team-Weltmeister.

Gut, aber nicht gut genug bei Ferrari

Für die Saison 2015 wechselte Vettel von Red Bull zu Ferrari, um dem neuen Klassenprimus Mercedes den Kampf anzusagen. In den folgenden fünf Jahren gewann Vettel 14 Rennen für die Scuderia, wurde WM-Dritter 2015 sowie Vize-Weltmeister 2017 und 2018 – man konnte Lewis Hamilton und Mercedes in den Rennen fordern, aber nicht die WM-Krone abnehmen.

2019 und 2020 geriet Ferrari technisch ins Hintertreffen, Vettel wurde von Team-Neuling Charles Leclerc ein- ums andere Mal besiegt und das spürbar abgekühlte Verhältnis wurde beendet. In den letzten zwei Jahren ging Vettel für Aston Martin an den Start. Dort kämpft er um Top-10-Plätze, aber längst nicht mehr um Siege.

53 Rennen gewann Vettel in seiner Karriere, den letzten davon im Herbst 2019 in Singapur. Nur Lewis Hamilton (103) und Michael Schumacher (91) haben öfter gewonnen.