„Selber überrascht“: Tagger fordert US-Topstar voll
Österreich darf bei den US Open weiter auf Anastasia Potapova hoffen. Die 25-Jährige kämpfte sich in New York nach einem schwierigen Match gegen die Französin Léolia Jeanjean mit 6:4, 2:6 und 6:3 in die dritte Runde. Lilli Tagger verpasste dagegen das mögliche rot-weiß-rote Duell knapp. Die 18-jährige Osttirolerin verlangte Vorjahresfinalistin Amanda Anisimova alles ab, musste sich am Ende aber in drei Sätzen geschlagen geben.
Potapova gewinnt nach hartem Kampf
Für Anastasia Potapova war der Einzug in die dritte Runde alles andere als ein Spaziergang. Gegen die Weltranglisten-127. Léolia Jeanjean erwischte Österreichs Nummer eins zunächst einen guten Start und nahm der Französin gleich früh den Aufschlag ab.
Jeanjean kämpfte sich allerdings zurück. Potapova verlor zwischenzeitlich ihren Rhythmus, sicherte sich den ersten Satz aber dennoch mit 6:4. Im zweiten Durchgang kippte das Match. Beim Stand von 2:3 kassierte die Österreicherin das entscheidende Break und musste den Satz schließlich mit 2:6 abgeben.
Auch im entscheidenden dritten Satz ging es zunächst hin und her. Potapova gelang erneut ein frühes Break, Jeanjean antwortete jedoch sofort. Erst beim Stand von 3:3 setzte sich die Favoritin entscheidend ab. Nach 2:11 Stunden verwertete sie ihren ersten Matchball zum 6:3.
„Ich habe jetzt einen echten Kampf hinter mir, es kann nur besser werden“, sagte Potapova anschließend. Sie habe sich mental und körperlich nicht besonders gut gefühlt und deshalb während des Matches Lösungen finden müssen.
Tagger überrascht gegen US-Star
Lilli Tagger durfte trotz ihres Ausscheidens mit ihrer Leistung zufrieden sein. Gegen die an Nummer zehn gesetzte Amanda Anisimova erwischte die 18-Jährige einen bemerkenswerten Start und gewann die ersten sieben Punkte des Matches.
Anisimova fing sich allerdings schnell und holte sich den ersten Satz mit 6:3. Im zweiten Durchgang zeigte Tagger dann, warum sie zu den größten österreichischen Tennis-Hoffnungen zählt. Einen frühen 0:2-Rückstand machte sie wett und zwang die US-Amerikanerin mit einem 6:3 in den Entscheidungssatz.
Klassenunterschied zeigt sich im dritten Satz
Dort setzte sich die Erfahrung der ehemaligen Nummer drei der Welt schließlich durch. Anisimova zog rasch auf 3:0 davon. Tagger wehrte im folgenden Aufschlagspiel zwar sechs Breakbälle ab, musste am Ende aber doch das 0:4 hinnehmen.
Nach 2:01 Stunden verwertete Anisimova ihren ersten Matchball zum 6:1. Enttäuscht wirkte Tagger danach trotzdem nicht. Sie zeigte sich vielmehr selbst überrascht, dass sie ihrer favorisierten Gegnerin einen Satz abnehmen konnte.
„Ich habe gesehen, wie das Level oben ist. Auf jeden Fall will ich da hinkommen. Ich glaube, ich kann es schaffen“, sagte die Osttirolerin nach ihrem bislang größten Grand-Slam-Auftritt.
Jetzt wartet Anisimova auf Potapova
Damit ist auch das mögliche österreichische Duell in der dritten Runde vom Tisch. Statt Tagger wartet nun Anisimova auf Potapova.
Für die 25-Jährige wird die Aufgabe damit deutlich schwieriger. Die US-Amerikanerin stand im vergangenen Jahr im Finale der US Open und zählt auch heuer wieder zum erweiterten Favoritenkreis.
Potapova bleibt damit als letzte Österreicherin im Damen-Einzel vertreten. Nach ihrem hart erkämpften Sieg gegen Jeanjean wartet nun allerdings ihre bislang größte Herausforderung des Turniers.