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Novak Djokovic gilt als Hardliner gegen die Impfung, Rafa Nadal ist ausdrücklicher Impf-Befürworter
Novak Djokovic gilt als Hardliner gegen die Impfung, Rafa Nadal ist ausdrücklicher Impf-Befürworter
Sarah Meyssonnier / Reuters / picturedesk.com

Tennis-Verband: Drakonische Strafen für Impf-Schummler!

26.11.2021 um 09:11, Philipp Eitzinger
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Immer noch ist knapp ein Drittel der Top-100-Spieler der Tennis-Welt nicht geimpft. "Eure Sache", sagt die ATP-Tour - deren Vorstand nun aber gegen Impf-Schummler mobil macht. Wer sein Zertifikat fälscht, kann einpacken!

Letzte Woche ist Markus Anfang, nunmehr Ex-Trainer von Fußball-Traditionsklub Werder Bremen, seinen Job losgeworden: Der ehemalige Tirol-Kicker ist mit einem (nicht mal besonders gut) gefälschten Impf-Zertifikat erwischt worden. Die deutschen Behörden kennen da keinen Spaß, Anfang hat wegen Urkundenfälschung die Staatsanwaltschaft im Nacken.

Drei Jahre Sperre, 100.000 Dollar Bußgeld

Um solchen imageschädigenden Vorfällen vorzubeugen, hat der Vorstand der Herren-Tennis-Tour ATP bei seiner letzten Sitzung den Vorschlag formuliert, Impf-Schummler drakonisch zu bestrafen.

Wer mit einem gefälschten Impf-Zertifikat erwischt wird, soll bis zu drei Jahre Sperre von allen Tennis-Turnieren und sonstigen Funktionen im Umfeld offizieller Turnier kassieren können. Darüber hinaus drohen 100.000 Euro an Bußgeld - eine Summe, die den Superstars recht egal ist, bei den Spielern jenseits der Top-100, die sich bei kleinen Turnieren über die Runden retten müssen, aber existenzgefährdend ist.

Auch Spielerrat muss zustimmen

Der Vorschlag gilt erst als angenommen, wenn alle Gremien zugestimmt haben. Dazu gehört auch der 12-köpfige Spielerrat - dessen Zustimmung gilt aber als sicher.

Einerseits, weil diesem mit Rafael Nadal und Andy Murray einige sehr prominente ausdrückliche Impf-Befürworter angehören, deren Stimme Gewicht hat. Andererseits, weil es sich auch Skeptiker im Spielerrat - wie der Australier John Millman - kaum erlauben können, einem solchen Vorschlag zu widersprechen.

Sich gegen eine Impfpflicht auszusprechen, ist das eine. Sich für die Erlaubnis zur Urkundenfälschung auszusprechen, etwas ganz anderes.

Turnierpause zum Impfen nützen?

Mit dem Davis Cup steht bis Ende kommender Woche das letzte Turnier des Jahres an, dann gibt es vier Wochen Pause, ehe in Sydney die neue Saison startet - viele Spieler dürften diese Zeit nützen, um sich impfen zu lassen. Schließlich ist dies Pflicht, um in Australien einreisen zu dürfen.

John Millman - der zwar selbst geimpft ist, sich aber gegen die australische Impfpflicht für die Einreise ausspricht - hat zuletzt erklärt, warum so viele Top-Spieler den Stich noch nicht haben: "Wir reisen viel, sind jede Woche in einem anderen Land. Da ist es schon logistisch nicht ganz einfach, sich impfen zu lassen!" Der Routinier sagt aber auch: "Meine Beobachtung ist, dass sich jetzt gegen Ende der Saison viele Athleten impfen lassen!"

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